Über die Künstlerin und das Werk
"My Monkey" zeigt ein junges Mädchen, das uns direkt anschaut, während ein schwarzer Affe auf ihrer Schulter sitzt und sich an sie klammert, fast so, als wollte er sie umarmen. Beinahe hätte diese geheimnisvolle Figurenwelt von Gunilla Jähnichen (*1972 in Stade) für immer im Verborgenen existiert. In den 1990ern, während ihres Kunststudiums, galt gegenständliche Malerei als überholt. Es war eine Zeit des Umbruchs: Damien Hirst hatte gerade die Nominierung für den Turner Prize erhalten, die Young British Artists standen kurz davor, den Kunstmarkt zu erschüttern. Ausgerechnet Stanley Brouwn, ein Urvater der Konzeptkunst, bestärkte Jähnichen in ihrem figurativen Ansatz. Unter seiner Leitung an der Kunsthochschule Hamburg konnte sie ihre Figuren endlich öffentlich zeigen. „Er fand meine Arbeit authentisch“, erinnert sich Jähnichen.
In My Monkey offenbart sich die typische Kraft ihrer Malerei: Mit wenigen Pinselstrichen schafft Jähnichen eine Beziehung zwischen Mensch und Tier, zwischen Intimität und Distanz, die zugleich vertraut, rätselhaft und ein wenig amüsant wirkt. Das Mädchen fixiert uns mit klaren, fast schon forschenden Blicken, während ein schwarzer Affe auf ihrer Schulter sitzt. Man kann nicht umhin zu schmunzeln: Die Szene wirkt so mühelos, als sei der Affe ein ganz normales Haustier – und gerade diese Leichtigkeit verstärkt das geheimnisvolle Moment, das Jähnichen in all ihren Figuren schafft.
Latest Exhibitions (Selection)
2025, Kunstverein Wesseling mit Susanne Maurer
2024, Im Goldfischglas, Kunst&Co, Raum für zeitgenössische Kunst, Flensburg; Traumhaft, Galerie Hübner und Hübner, Frankfurt a.M.
2023, Through the Looking-Glass, galerie with tsjalling, Groningen; Taumel, Neuer Kunstverein Gießen
2022, „trouble“, galleri ps, Göteborg, Schweden; „the other space“, Städtisches Museum Engen; „@wut“, Galerie im Saalbau, Berlin/Neukölln
2021, „Ping Pong“, Galerie Roy, Zülpich
2020 „2 gather“, in Kooperation mit Zandra Harms, Neuer Kunstverein Aschaffenburg e.V.
2019, „ghosting“, Galerie Susanne Burmester, Putbus auf Rügen; „resting bitch face“, galleri 21, Malmö
2018, Resting bitch face, Einzelausstellung Gunilla Jänchen, Galerie 21, Malmö
2016, Circus eins, Putbus; "travelling light" Galerie Albrecht, Berlin
2015, ART021 Shanghai; „one artist show“, Art Karlsruhe, Galerie Albrecht; „Open Art“, Biennale Örebro, Schweden
2014, „Drop me a line“, Galerie Hübner & Hübner, Frankfurt a.M.
2013, „Legend of the shelves“ AUTOCENTER, Berlin
2012, „homecoming queen“, Bugno Art Gallery, Venedig, Italien
2011, „Hotspot Berlin 2011“, Georg Kolbe Museum, Berlin
2010, „don’t touch my pet“, Kunsthalle Gießen