Lothar Wolleh

Joseph Beuys III, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“

, 1971/2021
  • Material
    Pigmentprint auf Hahnemühle Barytpapier
  • Production Method
    Die Fotos werden rückseitig gestempelt (Lothar Wolleh Estate) und nummeriert (auf archivfestem Aufkleber)
  • Edition Size
    40
  • Measurement
    Bildmaße: 38 x 38 cm
    Blattmaß: 42 x 42 cm

    Limitierte Edition anlässlich des 100. Geburtstages von Joseph Beuys
    Sonderpreis während des Beuys-Jahres
  • Details about the frame
    Handgefertigter schwarz gebeizter und gewachster Holzrahmen, inkl.Passepartout, Außenmaße ca. 55 x 55 cm. Inkl. Normalglas und rückseitiger Aufhängung, staubdicht verschlossen.
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Über die Edition

Ein unvergessener Fernsehmoment aus dem Jahr 1964 ist die Liveübertragung von Beuys’ Fluxus-Aktion „Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet“ im Rahmen der Sendereihe „Die Drehscheibe“ im ZDF. Beuys trat darin gemeinsam mit Bazon Brock und Wolf Vostell auf. Es war die erste Aktion, in der er sich zur Kunstgeschichte positionierte (Duchamp und dessen Readymade-Kunst sollte er später noch mehrfach kritisieren). Unter anderem schmolz er Schokoladentafeln auf einer quadratischen Platte, auf die er zuvor live den titelgebenden Satz geschrieben hatte. Das Kunstobjekt, das an die Aktion erinnert, war Teil von Beuys’ großer Einzelausstellung im Moderna Museet in Stockholm 1971, wo es Wolleh fotografierte. Seine Aufnahme fand ebenfalls Eingang in das später als „Unterwasserbuch“ bekannt gewordene Kunstbuchprojekt, das er zusammen mit Beuys realisierte.

Über den Künstler

Es greift zu kurz, Lothar Wolleh einfach nur als Fotografen zu bezeichnen. Er war ein leidenschaftlicher Freund und Förderer der Kunst, zugleich war er selbst ein Künstler ‒ ein Künstler, der andere Künstler fotografierte, einer, der mit technischer Präzision sein Medium, die Fotografie, herausforderte und innovative Projekte in Form von Künstlerporträts, Künstlerbüchern oder thematischen Fotomappen anschob. Neben Joseph Beuys lichtete Wolleh unter anderem Lucio Fontana, René Magritte, Otto Piene, Man Ray und Günther Uecker sowie deren Werke ab, oftmals aus eigener Initiative. Entstanden sind Arbeiten, die von großer Sensibilität und einem feinen Gespür für Bildkompositionen zeugen.

Geboren wurde Lothar Wolleh 1930 in Berlin, wo er zunächst an der Kunsthochschule Weißensee studierte. 1950 wurde er wegen angeblicher Spionage von der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet. Sechs Jahre verbrachte er im Arbeitslager Workuta in der UdSSR – eine Erfahrung, die ihn nachhaltig prägte. Nach seiner Freilassung absolvierte er eine klassische Fotografenausbildung im Lette-Verein in Berlin, die er später an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen bei Otto Steinert fortsetzte. Von 1962 bis zu seinem Tod 1979 lebte Wolleh in Düsseldorf. Dort machte er sich zunächst einen Namen als Werbefotograf. Zeitgleich widmete er sich jedoch der Kunst und wurde so zum Chronisten der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere der Gruppe ZERO.

Latest Exhibitions (Selection)

Lothar Wollehs Werk geriet nach seinem Tod 1979 zunächst in Vergessenheit. Erst im Jahr 2005 fand in der Kunsthalle Bremen eine große Einzelausstellung mit dem zutreffenden Titel „Lothar Wolleh. Eine Wiederentdeckung ‒ Fotografien 1959‒1979“ statt. Die Schau wanderte im Anschluss in das Ludwig Museum Koblenz, das Kunstmuseum Ahlen und das Stadtmuseum Hofheim am Taunus weiter. 2012 zeigte der Hamburger Bahnhof ‒ Museum für Gegenwart in Berlin Wollehs im Januar 1971 entstandene Fotos von Joseph Beuys im Stockholmer Moderna Museet. Mehr zu sehen gibt es im Beuys-Jahr 2021: Am 26. März eröffnete in der Stuttgarter Staatsgalerie die Schau „Joseph Beuys. Der Raumkurator“ mit zahlreichen Arbeiten Wollehs, zudem präsentiert seit dem 16. April der Lothar-Wolleh-Raum in Berlin, den der Sohn des Künstlers, Oliver Wolleh, betreut, die Schau „Joseph Beuys – Lothar Wolleh. Das Unterwasserbuch-Projekt. Eine Duo-Ausstellung“. Für weitere Ausstellungen in diesem Jahr siehe https://www.lothar-wolleh.com/de/ausstellungen/.

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