A.R. Penck

Begegnung an der Elbe

, 1995
  • Material
    Serigraphie auf Karton
  • Edition Size
    35
  • Measurement
    84 x 59,4 cm
    Auflage 35 + X + 15 α nummerierte und handsignierte Exemplare
  • Details about the frame
    Handgefertigter schwarz gebeizter und gewachster Buchenholzrahmen, inkl. 10mm Distanzleiste, Außenmaße ca. 90,2 x 65,6 cm. Inkl. Museumsglas und rückseitiger Aufhängung
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Über die Edition

A.R. Pencks subjektive Bildwelten sind symbolisch und abstrakt zugleich. Oft gibt der Titel Aufschluss über das Programm des Bildes. Bei „Begegnung an der Elbe“ kommen die Erinnerungen an 1945 auf, als US-amerikanische und sowjetische Truppen am 25. April dieses Jahres erstmals auf deutschem Boden aufeinandertrafen. Dieses Ereignis steht für das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Aufsplitterung des Deutschen Reiches. Penck verhandelt in seinem Werk gesellschaftliche und politische Themen, fast immer spielt sein biografischer Hintergrund eine Rolle: der Kalter Krieg, der Konflikt zwischen Individuum und System und nicht zuletzt die Geschichte des geteilten Deutschlands. Als Staatsbürger der DDR wurde der Künstler 1980 von Ost nach West ausgewiesen. Die für seine Malerei so charakteristischen Strichmännchen spiegeln den historisch-biografischen Zusammenhang: Der Mann mit erhobenen Armen ist auf vielen Bildern Pencks Alter Ego. Häufig ist dieser umgeben von Bedrohungen, die nicht nur einen äußeren, sondern auch einen inneren Kampf ausdrücken. Hier im Bild sind es Figuren mit erhobenen Waffen. Doch aufgepasst: Als Zeichen des Friedens reichen sie sich die Hände! Die versöhnende Geste kommt einer Aufforderung zur Kommunikation gleich. Trotz der Deutlichkeit der Szene wird die Lesart des Bildes damit vielseitig.

Über den Künstler

Strichmännchen wie aus der Höhlenmalerei, Bildelemente, die an Runen erinnern, und eine Ästhetik, die Graffiti schon früh vorwegnimmt: A. R. Penck zählt seit den 1960ern zu den Superstars der Gegenwartskunst. Geboren 1939 als Ralf Winkler in Dresden, blieb der Autodidakt in der DDR weitgehend unbekannt, während seine Werke, die so gar nicht der offiziellen sozialistischen Vorstellung entsprachen, ab den 1960ern vom Westen ausgehend die Welt eroberten und Penck in den 1980ern endgültig zu einem Star der Kunstszene machten. Dem Künstler, der Arbeiten auf drei Documenta-Ausstellungen in Kassel zeigte (1972, 1982, 1992), wurde 1977 die Teilnahme an der Schau durch Einwirken eines IM der DDR-Staatssicherheit auf einen hessischen Parlamentarier verwehrt. Nachdem 1980 seine Ausbürgerung in die BRD erzwungen worden war, blieb Penck nur kurz im anderen Deutschland, um dann nach Irland auszuwandern. Nach Jahren in Dublin, Berlin und New York starb er 2017 mit 77 Jahren in Zürich. Werke Pencks sind heute u. a. im MoMA in New York, dem Städel Museum Frankfurt am Main, dem Musee d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg und in der Tate Britain in London vertreten.

Latest Exhibitions (Selection)

2019/20, A. R. Penck. Ich aber komme aus Dresden (check it out man, check it out), Albertinum, Dresden
2013, A. R. Penck. New Paintings, Michael Werner Gallery, New York; Before the West. Selected Works from the 1970s, Leo König Gallery, New York
2011, Bilderwahl! Encording Reality, Kunsthaus Zürich
2008, De l’Est à l’Ouest, Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, Paris
2007, Retrospektive, Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main
2005, Blickwechsel II. Weltbilder – Steinzeit und Avantgarde, Städel Museum, Frankfurt am Main
1997, German Darkness and Contemporary Symbol, Hiroshima City Museum of Contemporary Art, Hiroshima
1992, Drawings. A Retrospective, David Nolan Gallery, New York
1984, A. R. Penck., Mary Boone Gallery, New York
1978, Y ‒ Zeichnungen bis 1975, Kunstmuseum Basel, Basel