Hanne Darboven

Theatre

, 1985
  • Material
    Offsetlithografie auf Karton
  • Production Method
    als artist print (a.p.) gekennzeichnet
  • Edition Size
    120
  • Measurement
    60 x 53 cm
  • Details about the frame
    Handgefertigter edler Holzrahmen, mit 10 mm Distanzleiste. Außenmaße ca. 57,6 x 66,4 cm. Inkl. Rückseitiger Hängeleiste, staubdicht verschlossen.
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Schon morgens um vier Uhr saß Hanne Darboven in ihrer Schreibstube, um erst am Mittag den Griffel aus der Hand zu legen. Für die Künstlerin war das Leben eine von Stundenplänen geregelte „Hausaufgabe“, unter die man abends ein Häkchen setzt. Aus dieser Disziplin entstand ein anspruchsvolles Werk, das man näherungsweise als künstlerisches Schreibwerk, als bildende Kunst und als minimalistische musikalische Kompositionsarbeit bezeichnen könnte. Das Thema „Stundenplan“ ist auch in „Theatre“ deutlich sichtbar. Täglich führte Darboven mit einer Gründlichkeit, die gleichermaßen grandios, einschüchternd wie furchterregend ist, Buch: Sie reihte schier endlose Zahlenkolonnen aneinander, zog Wellenlinien übers Papier oder übertrug wie beim Diktat Texte. Darin ging es oft auch um ihr Interesse an kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die sie in ihrer eigenwilligen und kompromisslosen Notation festhielt. Am liebsten hätte sie wohl die ganze Welt des Wissens, der Kunst, Literatur und der Musik und dabei immer auch Geschichte und Gegenwart miteinander verwoben – und natürlich geordnet. Und vielleicht war alles zusammen für sie einfach ein großes „Theater“.
Spröde fand man ihre Kunst oft, unverständlich – dabei war sie ganz einfach, urteilte die Künstlerin selbst: „Eins und eins ist zwei – und das kann meines Erachtens nun wirklich jeder begreifen.“ Hanne Darboven (geb. 1941) studierte erst in Hamburg, dann ab 1966 in New York, wo sie im Umfeld einer wachsenden Konzept- und Minimal-Kunst-Szene ihre Systeme einfacher Zahlenabläufe mit komplexen Variationsfolgen entwickelte. Unterstützung fand sie bei Szenegrößen wie Lucy Lippard oder Kasper König, die ihr auch zum internationalen Durchbruch verhalfen: Bekannt wurde sie durch ihre Schreibzeichnungen, die auf Zahlenoperationen, Ausschreibungen von Ziffern sowie rhythmischen Linien und Durchstreichungen beruhen. Nach ihrem Studium kehrte sie nach Hamburg zurück, hier lebte und arbeitete sie bis zu ihrem Tod 2009. Die aktuelle Schau „Zeitgeschichten ‒ Aufklärung“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der BRD in Bonn und im Münchner Haus der Kunst ist die erste große Retrospektive nach ihrem Tod und beleuchtet das umfangreiche, faszinierende Lebenswerk dieser wichtigen Konzeptkünstlerin in all seiner stilistischen Breite.
Darboven ist mit etlichen Preisen geehrt worden, etwa dem Edwin-Scharff-Preis (1986) oder dem Internationalen Preis des Landes Baden-Württemberg für bildende Kunst (1995). 2000 gründete sie die Hanne-Darboven-Stiftung, die ihr Schaffen bewahren soll und Nachwuchskünstler fördert.

Latest Exhibitions (Selection)

2015: Bundeskunsthalle, Bonn, Zeitgeschichten; Haus der Kunst, München, Haus der Kunst, München, Aufklärung/Enlightenment
2014: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid: The order of time and things
2013: Fondazione Prada, Venezia, Ausstellung When attudes become Form
2010: Museum für Moderne Kunst (MMK), Frankfurt am Main: Radical Conceptual
2006: Deutsche Guggenheim, Berlin, Hommage à Picasso (1995–2006)
2002: documenta 11, Kassel
1999: Hommage à Picasso Deichtorhallen Hamburg (zusammen mit Andrea Zittel, Inez van Lamsweerde)
1997: Staatsgalerie Stuttgart, Kinder dieser Welt; Neue Nationalgalerie Berlin; Haus der Kunst, München
1990: Portikus, Frankfurt; Museum of Contemporary Art, Los Angeles
1982: Biennale von Venedig, Venedig
1974: Kunstmuseum Basel, Ein Monat, ein Jahr, ein Jahrhundert; Leo Castelli, New York; Ileana Sonnabend Gallery, New York
1973: Biennale von São Paulo, São Paulo
1972: documenta 5, Kassel