Jenny Holzer

Selection from Living 1980–82

, 1999
  • Material
    Heliogravure (Kupferdruck) auf Kupferdruckbütten BFK Rives
  • Production Method
    Von der Künstlerin signiert und nummeriert.
  • Edition Size
    99
  • Measurement
    44,5 x 65 cm (Blattmaß)
  • Details about the frame
    Weißer Holzrahmen mit Distanzleiste und entspiegeltem Museumsglas. Außenmaße des Rahmens ca. 68 cm x 51 cm.
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Über die Edition

Da flackert nichts. Mit farbenreichen LED-Schriftbändern hat die New Yorker Konzeptkünstlerin Jenny Holzer Weltruhm erlangt, doch hier ruhen große rote Lettern auf gelbem Grund.

„YOU CAN WATCH PEOPLE ALIGN THEMSELVES WHEN TROUBLE IS IN THE AIR. SOME PREFER TO BE CLOSE TO THOSE AT THE TOP AND OTHERS WANT TO BE CLOSE TO THOSE AT THE BOTTOM. IT’S A QUESTION OF WHO FRIGHTENS THEM MORE AND WHOM THEY WANT TO BE LIKE.”

Dieser Gedankensplitter, in Form eines Kupferdrucks auf Büttenpapier gebracht, ist Teil der „Living Series” (1980–82), in der die 63-Jährige Beobachtungen sozialer Phänomene beschreibt. Sie bemüht sich darin wie stets um eine moderate Sprache, und doch gerät der Leser ins Wanken, weil er in einen Strudel von Fragen gerät: Bin ich ein Hin- oder Weggucker? Warum verstecke, wovor fürchte, nach welchem Ich sehne ich mich? Die Harmlosigkeit, die eine Alltagssituation zunächst verspricht, gerät so leicht aus den Fugen. Die Kunst dem Leben anzunähern und das Publikum mit ihren Botschaften tatsächlich zu erreichen, darum geht es Jenny Holzer, nicht um Verrätselung. Sie möchte verstanden werden – darauf begründet sich auch die Idee, ihrer Kunst Worte zugrunde zu legen.

Über die Künstlerin

„Mit den sogenannten „Truisms“ („Floskeln“, „Binsenwahrheiten“) begann die Karriere der 1950 in Ohio geborenen Künstlerin Jenny Holzer. Die Einzeiler mit vermeintlichen Wahrheiten wie „protect me from what I want“ oder „religion causes as many problems as it solves“, die in sich nicht selten eine versteckte Widersprüchlichkeit trugen, plakatierte sie Ende der 70er Jahre in den Straßen von Lower Manhattan. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits einen Master of Fine Arts an der Rhode Island School of Design erworben und ein Studienprogramm am Whitney Museum of American Art in New York absolviert. Als die „Truisms“ 1982 dann auch über die Leuchttafeln am Times Square liefen, wurde sie schlagartig bekannt.

Mittlerweile hat die mehrfache documenta-Teilnehmerin alle Kunsttempel erobert, den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig gewonnen (1990) und ist weltweit in zahlreichen bedeutenden Sammlungen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Pariser Centre Pompidou oder der Tate Gallery in London vertreten. 2001 ließ sie für die „Installation for the Neue Nationalgalerie“ LED-Laufbänder an die Rasterdecke von Mies van der Rohes berühmtem Bau in Berlin montieren – eine Retrospektive mit bedachtsam komponierten Texten aus 25 Jahren künstlerischen Schaffens, die beim Publikum so erfolgreich war, dass die Arbeit in die Sammlung der Neuen Nationalgalerie aufgenommen wurde.

Es sind keine Wohlfühlthemen, mit denen sich Jenny Holzer beschäftigt. Ihre „Lustmord“-Serie (1993–94) etwa, erschütternde Texte, in denen sie anhand von Berichten und Zeugenaussagen Vergewaltigungssituationen während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien reflektierte, zog heftige Diskussionen nach sich. Als Material für ihre Werke greift sie in den letzten Jahren auch immer wieder auf Berichte von Soldaten, Verwaltungsbeamten, Inhaftierten etc. aus öffentlich zugänglichen, vielfach geschwärzten Regierungsdokumenten zurück, die mit den Kriegen im Irak und in Afghanistan in Zusammenhang stehen. Sie konfrontiert den Betrachter auf allen erdenklichen Projektionsflächen mit ihrer Kunst, Wegschauen ist für Jenny Holzer keine Option.

Latest Exhibitions (Selection)

2019, Thing Indescribable, Guggenheim Bilbao
2018, Jenny Holzer, Artist Rooms, Tate Modern, London
2013, „Elles: Women Artists from the Centre Pompidou”, Seattle Art Museum
2013, „Light Show”, Hayward Gallery, Southbank Centre, London
2012, „Art and Press. Kunst, Wahrheit, Wirklichkeit“, Martin-Gropius-Bau, Berlin
2011, „Postmodernism: Style and Subversion 1970–1990”, Victoria & Albert Museum, London
2010, „Jenny Holzer“, Fondation Beyeler, Basel
2007, 52. Biennale, Venedig
2001, „Installation for the Neue Nationalgalerie“, Neue Nationalgalerie, Berlin
1993, „Virtual Reality. An Emerging Medium”, Guggenheim Museum, New York
1990, „High & Low. Modern Art and Popular Culture”, MOMA, New York
1990, 44. Biennale, Venedig
1989, „Jenny Holzer“, Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1987, documenta 8, Kassel
1984, „Jenny Holzer“, Kunsthalle Basel
1982, documenta 7, Kassel

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