Some editions you may have missed

 
Gabriela Kobus
„Fashion is about the clothes you wear, the layer, which protects you as a human being. Architecture, houses and buildings in general play a similar role: another layer that holds humans within. They protect us from the outer environment.“ Die Künstlerin Gabriela Kobus beschreibt hier – in einem Interview mit der englischsprachigen Kairoer Zeitung „Al-Ahram Weekly“ – ihre Perspektive auf zwei für sie wichtige Disziplinen: Modedesign und Architektur. Als Modedesignerin war sie bis 2010 in Berlin tätig, seitdem arbeitet sie als bildende Künstlerin in Leipzig. Der urbane Raum wiederum spiegelt sich in ihrem künstlerischen Werk. Stadtstrukturen vor allem von Megacitys faszinieren Kobus, architektonische, städteplanerische und soziologische Fragestellungen liegen ihrer Kunst zugrunde. Im Jahr 2020 erhielt Kobus das Denkzeit-Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, 2019 war sie als Artist in Residence in Kairo.
Gabriela Kobus, Season
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Gabriela Kobus
In ihren Malereien und Zeichnungen schafft Gabriela Kobus durch Tiefenwirkung – wenngleich allein gedanklich – begehbare Räume. Eine Variante von „Mount“ war, betitelt als „Iceberg“, neben der Arbeit „Greetings“ in der 2019 in Leipzig und dieses Jahr in Dresden gezeigten Ausstellung „Who’s afraid of ROSA“ zu sehen. Polnische und deutsche Künstlerinnen näherten sich hier Rosa Luxemburgs Werk und Person in Bezug auf aktuelle Fragen assoziativ an. Der Mensch ist in den Werken von Kobus zwar abwesend, so auch in den sechs Unikaten auf Papier, die 2020 entstanden sind. Dennoch verliert sie ihn nie aus dem Blick, prägen doch soziale Bedürfnisse ihre Raumformationen auf subtile Weise. Vielleicht fühlen wir uns deshalb so hineingezogen in diese verspielten, eigenen statischen Gesetzen und Rhythmen folgenden Welten, die voller Abenteuer zu stecken scheinen.
Gabriela Kobus, Edgewise
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Nam June Paik
Nam June Paiks meditierender, im Fernsehen sein eigenes Bild betrachtender „TV-Buddha“ (1974) ist eine Ikone der Videokunst. Schon ein Jahrzehnt früher hatte der Medienkünstler eine der ersten tragbaren Videokameras gekauft und verkündet: „Das Fernsehen hat uns ein Leben lang attackiert, jetzt schlagen wir zurück und machen unser Fernsehen selbst.“ Die TV-Monitore bevölkerten bereits früh und nachhaltig sein Werk.
Mit der signierten Lithografie „o.T.“ (1990) schuf Paik ein fröhliches, farbenfrohes Gewimmel lächelnder Monitore. Die Edition entstand im Rahmen der von René Block kuratierten 8. Sydney Biennale „The Readymade Boomerang – Certain Relations in 20th Century Art‟ und ist Teil einer Grafikmappe gleichen Namens. Ersetzt man die viereckigen Geräte gedanklich durch hochkantige Displays, werden sie zum Sinnbild heutiger Vernetzung. Auch ebendiese Vernetzung hat der visionäre Künstler seinerzeit vorhergesehen: Schon 1974 sprach Paik von der Entwicklung eines „elektronischen Superhighways, eines Breitband-Kommunikationsnetzwerks“. Sein „Internet Dream“ – ein Werk aus dem Jahr 1994 – bestand dann aber wiederum aus: 52 Monitoren.
Nam June Paik, o.T. – aus der Sydney Mappe
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Candida Höfer
Das titelgebende Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg (heute: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg) ist Schauplatz für die beiden Editionen von Candida Höfer aus dem Jahr 1988. Kulturelle Einrichtungen – neben Museen auch Bibliotheken oder Nationalarchive – zählen immer wieder zu ihren Fotomotiven. Die Künstlerin verschafft uns ungeahnte Einblicke in Arbeitsräume und hinter die Kulissen. Ihres musealen Präsentationskontextes beraubt, schärfen die von Höfer als ‚nackte‘ Exponate eingefangenen Ausstellungsstücke unseren Blick für die Wirklichkeit und eröffnen ganz neue Fragestellungen in Bezug auf die Institution Museum und ihre Sammlungen. Wen interessiert sie nicht, die Geschichte hinter der Geschichte? Zumal in einer Zeit, in der Provenienzen von künstlerischen und kulturellen Objekten grundsätzlicher als je zuvor auf dem Prüfstand stehen.
Candida Höfer, Museum für Naturkunde u. Vorgeschichte Oldenburg XIV
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Olaf Hajek
"Gerade das florale Element war für mich immer besonders wichtig. Das sind für mich einfach Symbole, die den Kreislauf des Lebens – Tod, Geburt, Blühen, Aufblühen, Vergänglichkeit – symbolisieren.“ Der Maler und Illustrator Olaf Hajek feiert die Welt der Blumen und Pflanzen in seinen „Flowerheads“, Porträts von Frauen, auf deren Köpfen farbenprächtige und symbolträchtige Stillleben wachsen.
In der im Mai 2020 entstandenen handsignierten Edition „Golden Tear“ zeigt sich eine wichtige Inspirationsquelle Hajeks: die Kunst Afrikas. Sie fasziniert und beeindruckt ihn zutiefst. Im Jahr 2011 verbrachte er drei Monate in Südafrika, um für eine Ausstellung in Kapstadt an neuen Werken zu arbeiten. In der Folge ist sein malerischer Duktus noch freier, seine Experimentierfreude noch größer geworden. Zugleich ist Hajek ein Geschichtenerzähler, seine Porträts erreichen auf ganz eigene Weise emotionale Tiefe. Man sollte sich Zeit nehmen für diese wirkkräftigen Werke. Denn schaut man sie an, begibt man sich auf kulturelle und seelische Entdeckungsreise und driftet ab ins verheißungsvolle Land der Fantasie.
Olaf Hajek, Golden Tear
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Olivia Berckemeyer
Meisterlich-eigenwillig modelliert Berckemeyer Materialien. Häufig arbeitet sie mit Bronze, die bei ihr tropft, als wäre es Wachs. Hier ist es Porzellan, das in Form eines Handtaschendesigns mit Henkeln überrascht und betört. Olivia Berckemeyer (geboren 1968 in München) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und an der Kunstakademie Düsseldorf. Einzelausstellungen waren ihr bislang in New York, Zürich, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Wien, Brüssel, Tokio, Kopenhagen und Los Angeles gewidmet. Ihre Werke sind vertreten in den Sammlungen Boros, Wurlitzer, Kiss sowie Landwehr.
Olivia Berckemeyer, My Blue Bag (aus der Serie Homebag)
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Linder Sterling (genannt Linder)
Seit nunmehr 40 Jahren prangert die britische Künstlerin Linder (*1954 in Liverpool) den Objekt-Status der Frau an. Das Werk der Feministin ist ein Beitrag zur Befreiung von althergebrachten Geschlechterrollen. Linder verwendet in ihren Collagen Bilder aus Pornomagazinen und verschiebt deren Bedeutung. Sie kombiniert diese Bilder mit alltäglichen, banalen Fotos von Kuchen, Blumen und Haushaltsgegenständen. Eine dieser Collagen ziert das berühmte Plattencover „Orgasm Addict“ der englischen Punkrock-Band „Buzzcocks“. Auch für den Sänger Morrissey gestaltete Linder einige Plattencover. Die beiden KünstlerInnen verbindet eine enge Freundschaft.
Linder Sterling (genannt Linder), Girls of the World VII
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Lucie Bennett
Die Frau und der weibliche Körper ziehen sich als Motiv durch das gesamte Werk von Lucie Bennett. „I started getting serious about drawing aged three“, sagt die britische Künstlerin. „Even then my preferred subject was women. I drew women in elaborate outfits spending lots of time on the pattern and design.“ Waren es am Anfang ihrer Künstlerinnenkarriere Uniform tragende Frauen in selbstbewussten Pin-up-Posen, unterzog Bennett ihre Darstellungen mit der Zeit einer immer stärkeren Reduktion.
Auch der Siebdruck aus dem Jahr 2018 mit dem verlockenden Titel „Honey Island” kommt mit wenigen Linien aus. Und doch: Der sichere, grafisch anmutende Pinselstrich, die mit zartem Schwung angedeutete Wirbelsäule oder die an Pop und die 1980er erinnernde Farbwahl – die Werke haben einen hohen Wiedererkennungswert und verkörpern eine bestimmte, ganz eigene Haltung: den Lucie-Bennett-Style. Ihre Porträts wirken so cool und schwerelos, wie sich Weiblichkeit anfühlen sollte. Dazu selbstbestimmt. Intim, aber nicht ausgestellt. Es ist ein Balanceakt, den Bennett meistert, und zwar mit großer Sensibilität.
Lucie Bennett, Honey Island
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Dennis Hopper
Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Maler – und Fotograf: Dennis Hopper war vieles. In „... denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“ spielte er in den 50er Jahren an der Seite seines Freundes James Dean. Schon im Jahrzehnt darauf widmete er sich intensiv der Fotografie. Was Hopper auf Partys, an Filmsets oder auf der Straße einfing, beschrieb Filmregisseur Pedro Almodóvar einmal als „Alltagsgesicht der amerikanischen Populärkultur“. Neben Künstlerfreund*innen wie Robert Rauschen¬berg, Andy Warhol, Roy Lich¬ten¬stein, James Rosen¬quist oder Jane Fonda fotografierte er auch die Bürgerrechtsmärsche Martin Luther Kings.
Dennis Hopper, Untitled (Diamonds)
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Roy Lichtenstein
Hier treffen sich zwei Meister: So wie Roy Lichtenstein neben Andy Warhol als wohl bekanntester Vertreter der Pop-Art gilt, gehört Hans-Peter Haas aka HPH zu den renommiertesten Siebdruckern in der Kunstwelt. Die Edition „Big Painting No. 6“ von Lichtenstein stammt aus seiner Werkstatt. Die Arbeit aus der sogenannten “Brushstroke”- bzw. „Pinselstrich“-Serie erinnert schon durch seine Bildsprache mit den für Lichtenstein so typischen Rasterpunkten an maschinell reproduzierte Druckerzeugnisse. Gleichzeitig persifliert der Künstler mit den vermeintlich gestisch-spontan aufgetragenen Pinselstrichen im Comicstil das künstlerische Pathos der Abstrakten Expressionisten.
Roy Lichtenstein, Big Painting No. 6
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Christiane Wöhler
Es geht der Fotografin um die Augenblicke, in denen ein Verschwimmen der Grenzen sichtbar wird, und sich der natürliche Widerspruch offenbart. Es ist unklar, wo in ihren Bildern das Reale endet und das Traumhafte beginnt. Sie strahlen Intimität, Zartheit aus, und in dieser Verletzlichkeit schwingt gleichermaßen Gefahr, Gefährdung mit. Solcherart können Wöhlers Fotografien als poetisch-romantisches Bekenntnis einer Künstlerin gedeutet werden, die nach Wahrhaftigkeit sucht – oder wie sie es selbst formuliert hat: „Es ist mein Anspruch, eine Form von Wahrheit zu schaffen. Ein für mich gutes Bild zeigt oft einen Zwiespalt, ohne dadurch unklar zu sein, im Gegenteil, es wird authentisch und erzählt eine Geschichte.“
Christiane Wöhler, Möwenmädchen
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Lothar Wolleh
Es greift zu kurz, Lothar Wolleh einfach nur als Fotografen zu bezeichnen. Er war ein leidenschaftlicher Freund und Förderer der Kunst, zugleich war er selbst ein Künstler ‒ ein Künstler, der andere Künstler fotografierte, einer, der mit technischer Präzision sein Medium, die Fotografie, herausforderte und innovative Projekte in Form von Künstlerporträts, Künstlerbüchern oder thematischen Fotomappen anschob. Neben Joseph Beuys lichtete Wolleh unter anderem Lucio Fontana, René Magritte, Otto Piene, Man Ray und Günther Uecker sowie deren Werke ab, oftmals aus eigener Initiative. Entstanden sind Arbeiten, die von großer Sensibilität und einem feinen Gespür für Bildkompositionen zeugen.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys III, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Jack Pierson
Jack Pierson arbeitet in unterschiedlichen Medien: Skulptur, Fotografie, Video und Zeichnung. International bekannt ist der US-amerikanische Künstler, geboren 1960 in Plymouth, Massachusetts, für seine Künstlerbücher wie „The Hungry Years“ und Installationen aus Buchstaben- und Wortschildern. 1991 hat Pierson erstmals alte Buchstaben, einst Werbeschriften oder Beschriftungen von Gebäuden, zu neuen Wörtern oder Sätzen zusammengefügt. Seine kurzen Statements wirken gleichermaßen politisch und poetisch auf den Betrachter. Auch seine Fotografien sind vielfältig. Pierson hat Prominente im Bild festgehalten, etwa Naomi Campbell, Snoop Dogg oder Brad Pitt. Aufmerksamkeit erregte er außerdem mit seiner Publikation „Self-Portrait“ (2003), für die er gut aussehende Männer unterschiedlichen Alters fotografierte, nicht aber sich selbst. Zeigt sich darin ein ausgeprägter Sinn für Ironie, spielen darüber hinaus Gefühle eine wichtige Rolle in Piersons Werk.
Jack Pierson, YELLOW ROAD
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John Baldessari
Mit John Baldessaris Lithografie „Hot Tub“ (2016) reisen wir in die Vergangenheit. Das Foto zeigt eine Aufnahme aus den 70er Jahren. Ein Paar sitzt in einem Whirlpool, er hält einen Drink mit Eiswürfeln in der rechten Hand, umschlingt mit dem linken Arm seine Partnerin. Was tut sie? Sie schmiegt sich an seinen Körper. Irritierend, charmant und humorvoll: Das Paar sitzt angekleidet im sprudelnden Whirlpool-Wasser. Er trägt ein Hemd und sie eine Bluse, der Stoff klebt nass an ihren Körpern. Wer ist dieses Paar in Partystimmung? Baldessari macht eine Identifizierung unmöglich, mit Filzstift hat der Künstler die Gesichter unkenntlich gemacht. Datenschutz analog!
John Baldessari, Hot Tub
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Èva Beresin
„The story of where I come from and who I am today seems an inexhaustible source.“ Die in Wien lebende ungarische Künstlerin Éva Beresin beschreibt hier, woraus sie schöpft, und offenbart zugleich einen wesentlichen Eindruck ihres Werks: die Intimität. Beresins Herkunft ist fundamental für das Verständnis ihres künstlerischen Schaffens. Als Kind zweier Holocaust-Überlebender haben sich die Gräuel des Zweiten Weltkriegs auch in ihr eigenes Körpergedächtnis eingeschrieben. Denn die Traumata der Eltern endeten nicht mit deren Tod. „Sometimes in the paintings, I am moving naked and vulnerable, in order to be able to start a dialogue with those I was never able to actually meet“, schreibt Beresin noch. Details über ihre Familiengeschichte erfuhr sie erst, als sie nach dem Tod ihrer Mutter deren Tagebuch las – Grundlage für ihre bislang größte Werkreihe und das Buchprojekt „Acht Und Neunzig Seiten“.
Èva Beresin, Participation in Art Basel Miami 2019 ... as if I had already guessed...
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Barbara Breitenfellner
Was sagt uns der Blick der geheimnisvollen Nackten hinter der löchrig-schwarzen Oberfläche? Wovon erzählt die schaurig-schöne Szenerie rund um die Frau im schwarzen Kleid? Wer oder was wird da ausgeixt? Wer flüchtet sich von Ast zu Ast vor den zwei jungen Schönen auf dem Feld? Und wer observiert hier wen, die Blonde die zwei Gestalten im Schatten oder umgekehrt? Die Werke von Barbara Breitenfellner werfen mehr Fragen auf, als dass sie Antworten geben. Das haben sie mit Träumen gemein, welche die 1969 in Kufstein geborene Wahlberlinerin als Ausgangspunkt nimmt für ihre Wandarbeiten und raumgreifenden Installationen. Ausschnitte aus Modemagazinen, Landschaften und grafische Details überlappen sich in ihrer aus Collage, Siebdruck und Gouache bestehenden Papierarbeiten. Breitenfellner kombiniert intuitiv, den uns umgebenden medialen Bildersturm hält sie für ähnlich bewusstseinsprägend wie Erlebtes. Deshalb sind die von ihr geschaffenen, so verlockenden wie gleichermaßen beunruhigenden Welten nicht nur Abbilder individueller Lebenseindrücke, sondern immer auch solche des kollektiven Gedächtnisses und somit eine Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft.
Barbara Breitenfellner, WVZ 195
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Joel Meyerowitz
Joel Meyerowitz zählt zu den bedeutendsten Mitbegründern der „Street Photography“ und der „New Color Photography“. Seit 1962 fotografiert er in Farbe ‒ seinerzeit ein Novum, denn nur die Schwarz-Weiß-Fotografie war damals als Kunst anerkannt. Gegenstand von Meyerowitz‘ Momentaufnahmen war das pulsierende Leben auf den Straßen New Yorks. Bis heute prägen seine Fotografien unser Bild von der amerikanischen Metropole. Für ein Buchprojekt reiste der in New York und Italien lebende Fotograf Joel Meyerowitz nach Frankreich in die Provence und besuchte in Aix-en-Provence unter anderem das Atelier des Malers Paul Cézanne.
Joel Meyerowitz, Cézanne's Objects. Pitcher
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Stefan Heyne
Abstraktion beginnt bei Stefan Heyne im Kopf: „Wenn ich arbeite, versuche ich meinen Verstand auszuschalten. Wenn man das Gelernte über die Welt vergisst, wird alles abstrakt und man gewinnt unermessliche Freiheit.“ „Seat“, seine jüngste Fotoserie, entstand an einem perfekten Ort gedankenloser Freiheit – über den Wolken. Auf Reisen rund um die Welt hat der Künstler instinktiv immer einen Fensterplatz gebucht. Fasziniert von der Lichtbrechung des Himmels in den frühen Morgenstunden und der späten Abenddämmerung, angezogen von Phänomenen wie Staub und Asche in der Troposphäre, hat er Fotografien geschaffen, die uns in die Vollkommenheit des Lichtes einhüllen. 40 Arbeiten gehören bisher zur „Seat“-Serie. Sie ist in ihrem Abstraktionsgrad wohl die kompromissloseste Arbeit Heynes. Jedes Motiv vollkommen aufgelöst in Farb- und Formverläufe wird zu etwas Unbeschreiblichem, das nicht mit Worten zu fassen ist, sondern pure Emotion auslöst. Mit konventioneller Fotografie sind diese Arbeiten nicht zu vergleichen, eher mit gegenstandsloser Malerei. Statt den Wahrheitsgehalt eines Bildes zu überprüfen, wird das Bild selbst zum Bild, selbstreflexiv und stark im Ausdruck! Die Serie „Seat“ wurde jüngst in Heynes Überblickshow „Super Vision. The New German Abstraction“ in der Galerie Diane Rosenstein in Los Angeles gezeigt.
Stefan Heyne, Seat 33F
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Lothar Wolleh
Geboren wurde Lothar Wolleh 1930 in Berlin, wo er zunächst an der Kunsthochschule Weißensee studierte. 1950 wurde er wegen angeblicher Spionage von der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet. Sechs Jahre verbrachte er im Arbeitslager Workuta in der UdSSR – eine Erfahrung, die ihn nachhaltig prägte. Nach seiner Freilassung absolvierte er eine klassische Fotografenausbildung im Lette-Verein in Berlin, die er später an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen bei Otto Steinert fortsetzte. Von 1962 bis zu seinem Tod 1979 lebte Wolleh in Düsseldorf. Dort machte er sich zunächst einen Namen als Werbefotograf. Zeitgleich widmete er sich jedoch der Kunst und wurde so zum Chronisten der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere der Gruppe ZERO.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys II, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Lothar Wolleh
Joseph Beuys und Lothar Wolleh lernten sich Mitte der 1960er Jahre in Düsseldorf kennen. 1971 begleitete Wolleh den Künstler und dessen Frau Eva nach Stockholm, wo das Moderna Museet die erste große Einzelausstellung mit Werken von Beuys außerhalb Deutschlands zeigte, ein bedeutender Moment in seiner Karriere. Über 800 Aufnahmen entstanden in Stockholm – unter anderem die drei Fotografien, die nun als limitierte Foto-Editionen exklusiv bei artflash erscheinen.
Sie zeigen Beuys beim Denken und Konzipieren, umgeben von seinen Werken, im Gespräch. Die Fotografien bieten nicht nur einen Einblick in sein Schaffen und seinen Kunstbegriff, sie fangen auch die Persönlichkeit dieses Ausnahmekünstlers ein und zeugen nicht zuletzt von der besonderen Arbeitsbeziehung zwischen Fotograf und Porträtiertem.
Anders als der Großteil der in Stockholm entstandenen Aufnahmen hält die Fotografie „Joseph Beuys I“ den Künstler nicht in Aktion fest. Stattdessen steht er hier aufrecht, unbewegt in der Bildmitte zwischen zwei seiner Installationen, mit dem für ihn so charakteristischen Filzhut und in pelzbesetztem Mantel. Das Porträt erlangte zu Recht ikonischen Status und befindet sich u.a. in der Sammlung der Tate Modern London.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys I, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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William Kentridge
„Why Should I Hesitate“ („Warum sollte ich zögern“) – so lautet der erste Teil des Titels der aktuellen Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen, die William Kentridge in Zusammenarbeit mit dem Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (Zeitz MOCAA) konzipiert hat. Der südafrikanische Künstler zitiert hier die Bemerkung eines jungen afrikanischen Soldaten, der im Ersten Weltkrieg einberufen wurde, um am Krieg in Europa teilzunehmen. Was geht ihn das an? Kentridge stellt sich selbst diese Frage in Bezug auf sein eigenes Zögern, sich als weißes Kind für die Belange der Schwarzen einzusetzen. Er schloss sich allerdings bereits in jungen Jahren der Anti-Apartheid-Bewegung an, und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Kolonialismus ist tief verwoben in sein Werk. „Putting Drawings to Work“, so lautet der Untertitel der Hamburger Schau, was einmal mehr verdeutlicht: Von der Zeichnung geht bei Kentridge alles aus.
William Kentridge, Why Should I Hesitate / Putting Drawings to Work
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Tony Clough
Shepard Fairey, Kenny Scharf, Space Invader, Cleon Peterson und Friedrich Kunath – das sind nur einige der namhaften Künstler*innen, mit denen Tony Clough in seiner auf Serigrafien spezialisierten Druckwerkstatt „Serio Press“ in Pasadena schon zusammengearbeitet hat. Die Arbeiten sind im Wortsinn handgemacht, die Farben von Hand gemischt und jeweils einzeln gedruckt. Fairey war es auch, der Clough sein Atelier zur Verfügung stellte, bevor dieser – nach einem Grafikdesign-Studium und mehreren Jahren im renommierten Studio „Modern Multiple“ 2013 in die Selbstständigkeit gestartet – seine ersten eigenen Studioräume in Los Angeles eröffnete.
Tony Clough, Mojave Desert In 26 Horizontal Colors
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Jurgen Ostarhild
Die 90er Jahre, dieses feier- und tanzwütige, hedonistische Dezennium am Ende des 20. Jahrhunderts ‒ einer, der zu seinem Soundtrack gehört, ist unbedingt Moby. Ihn traf der deutsche Konzeptkünstler Jurgen Ostarhild zum Shooting im Londoner South Kensington 1991, also genau zur richtigen Zeit. Ostarhild fotografierte damals für das in Bezug auf Bildsprache und Typografie richtungsweisende britische Lifestyle-Magazin „i-D“. Er nutzte den Schnappschuss als ernst zu nehmendes Mittel der Fotografie und schuf schonungslose, teils extrem hell ausgeleuchtete Porträts von großer Nähe und Intensität. Die Musiker Jamiroquai und Air, die Modedesigner John Galliano und Nicolas Ghesquière oder das Supermodel Kate Moss, damals zarte 18 Jahre alt, sie alle ließen sich von Ostarhild ablichten. Entstanden sind stilbildende Porträts, die den Geist der 90er Jahre authentisch und ungefiltert in die Gegenwart transportieren.
Jurgen Ostarhild, KATE MOSS, bw, Camber Sands, 1992, bw
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Jamel Shabazz
Die Karriere von Jamel Shabazz (*1960) als Fotograf begann in den 1980er Jahren, als Jean-Michel Basquiat und Keith Haring die Kunstszene von New York beherrschten. Shabbazz, der in Brooklyn geboren wurde und dort auch aufwuchs, fotografierte in seiner New Yorker Nachbarschaft das alltägliche Leben. Seine Aufnahmen halten förmlich inne, erhaschen die kleinen Momente inmitten der unaufhörlichen Menschenströme auf den Straßen und in der Metro der Megacity.
Jamel Shabazz, Street Photographers of Times Square
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A.R. Penck
„Seine berühmten Strichmännchen sind keine Markenzeichen zum Zwecke der schnellen Wiedererkennbarkeit, sondern archaische Symbole des Aufeinanderzugehens.“ Das schrieb die „taz“ 2017 in ihrem Nachruf auf A. R. Penck. Und die „Süddeutsche Zeitung“ stellte anlässlich seines Todes klar, „dass ‚Strichmännchen‘ womöglich eine schablonenhafte Vereinfachung des Lebensprojektes eines Ausnahme-Künstlers war“. Penck entwickelte sein Zeichensystem unter repressiven Bedingungen, fand notgedrungen zu einem hohen Grad an Abstraktion – und blieb seiner Bildsprache auch später treu. „So viel Anfang war nie“, lautet der feierlich-ironische Titel der 1990 entstandenen handsignierten Serigrafie. Wer zeigt da mit dem Pfeil (oder ist es ein Speer?) auf wen? Und ist es jetzt Zeit, sein Kreuzchen zu setzen? Ist sogar die Farbwahl politisch gemeint? Letzteres ist dem Freigeist Penck wohl nicht zuzutrauen.
A.R. Penck, So viel Anfang war nie
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Günter Fruhtrunk
Der Münchener Günter Fruhtrunk, geboren 1923, gestorben 1982, war Maler und Grafiker. Er ist ein wichtiger Vertreter der Nachkriegskunst im Bereich der konstruktiven Malerei. Sein Thema galt der Abstraktion. 1951 machte Fruhtrunk eine Reise nach Paris und arbeitete im Atelier von Fernand Léger. Im Jahr 1955 arbeitete er im Atelier von Hans Arp. Fruhtrunk nahm an der 4. Documenta in Kassel und an der 34. Biennale in Venedig teil. Von 1967 bis zu seinem Tod war er Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Sein bekanntestes Werk: Das 1970 gestaltete Design auf der Plastik-Tüte des Supermarkt-Discounters Aldi-Nord, vermutlich gibt es keine weitere Edition weltweit, die so häufig so günstig verkauft wurde. Erst im letzten Jahr wurde die Produktion der Fruhtrunk-Plastik-Tüte eingestellt.
Günter Fruhtrunk, Blaue Partikel
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Raymond Pettibon
For some, he is "one of the most powerful chroniclers of the American Dream", for others, the illustrator of American punk rock - who designed album covers for bands like "Black Flag" and " Sonic Youth" - is legendary. The artist in question is Californian Raymond Pettibon (born 1957). In the early 1980s, Pettibon began to publish his ink drawings, which often combine socially critical texts with images. The punk fans became art collectors and Pettibon became one of the most sought after contemporary artists to date.
Raymond Pettibon, One more line