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Anna und Bernhard Blume
Anna and Bernhard Blume are among the pioneers of staged photography. Their unmistakable photo stories are filled with humour, madness and irony. Their black and white images, inspired by both Dada and Fluxus, parody the life of the lower middle class.
The artist couple first met in the 1960s while studying at the Kunstakademie Düsseldorf. They were both born in North Rhine-Westphalia in 1937 and spent most of their time in Cologne until Bernhard Blume’s passing in 2011. Their photo series make the madness of everyday life tangible. The artists are seen dressed in bland suits and dresses in front of the camera. The setting for their distorted imageries is the domestic environment, the kitchen, the living room. The couple doesn’t shy away from getting physical, either. Potatoes zoom through the air, vases balance on noses, Mrs Blume flies off her chair, dumbfounded. From time to time, limbs can be seen protruding from the ruins. In 1977, Anna and Bernhard Blume participate in documenta 6. In 1989, the two make their way overseas and the Museum of Modern Art, New York exhibits their works. To this day, their photographs are displayed at domestic and international exhibitions alike, most recently in 2015 at the Centre Pompidou, Paris and at the Kolumba art museum in Cologne.
Anna und Bernhard Blume, Out of the series:
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Jack Pierson
„I have this fan relationship to showbiz.“ Jack Pierson hat ein Herz für Celebrities, weiß aber auch um die Risiken und die Vergänglichkeit von Ruhm. „I chose this old fan magazine as my book project because I like everything about it ‒ the design, the printing and the photography“, sagt der US-Künstler über sein Künstlerbuch „Stardust“, erschienen im Salon Verlag. „I love the subject matter ‒ the stars we remember and the ones we do not. Men, who obviously held a place for a while in the evanescence of Hollywood and youth. I seek to preserve, come what may, the ephemeral.“
Um die harten Bandagen und die Flüchtigkeit des Darsteller*innengewerbes weiß sicherlich auch Channing Tatum, der als Stripper begann, bevor er als Model entdeckt wurde und als Schauspieler Karriere machte. Der Sammleredition aus dem Jahr 2012 liegt zusätzlich zu dem Portrait des jungen Mannes, der da lässig an einer Motorhaube lehnt, ein Fotoporträt des im selben Jahr zum „Sexiest Man Alive“ gekürten Stars von Jack Pierson bei. Und auch wenn Tatum zu jenen gehört, die nicht vergessen worden sind: Über den Arbeiten von Pierson liegt oft der schöne Schatten der Melancholie. „One of the things that’s a disappointment to me about art is that it’s always a memory of something that happened.“ Doch mithilfe seiner Kunst kann man der Vergänglichkeit immer wieder für Momente entfliehen.
Jack Pierson, STARDUST (Exlibris Nr. 21)
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Christo
Stoff ist der Stoff, aus dem Christos († 2020) und Jeanne-Claudes († 2009) Träume sind. Und es braucht viel Stoff, denn ihre Fantasien sind groß: So verhüllten sie einen Küstenstreifen in Australien, spannten einen Vorhang durch ein Tal in den Rocky Mountains, stellten 1.340 blaue Schirme im japanischen Ibaraki sowie 1.760 gelbe Schirme in Kalifornien auf und errichteten 7.503 Tore mit Stoffbahnen auf einer Strecke von 37 Kilometern im New Yorker Central Park.
Christo, The Gates XV
Out of stock
Miriam Jonas
„Lebst Du richtig?“ Kaum etwas ist wohl mehr dem Zeitgeist unterworfen als mögliche Antworten auf diese Frage. Sie ist auch der Titel eines Ratgebers zur geistigen und körperlichen Hygiene, der in den 50er Jahren publiziert wurde. Auf ihn stieß die Bildhauerin Miriam Jonas bei Recherchen für eine ortsspezifische Arbeit in einem Antiquariat in Bad Gastein. Gegenwärtig überstrapazierte Schlagworte wie Achtsamkeit und Verzicht werden sich höchstwahrscheinlich nicht darin wiederfinden.
Miriam Jonas, Lebst Du richtig?
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Christoph Niemann
Christoph Niemanns Tusche-Arbeit „The Highline at 15th Street“ entstammt seiner New Yorker Bilderreihe – und zeigt die ehemalige Güterzugtrasse, die sich heute begrünt als Park durch die Metropole zieht. Genauso verdichtet wie einladend wirkt seine ehemalige Wahlheimat hier. Mit zielsicher gesetzten und der Kraft des Weißraums vertrauenden Pinselstrichen skizziert Niemann eine Großstadtszene, in der jeden Moment das pulsierende Leben New Yorks Einzug erhalten könnte.
Christoph Niemann, The Highline at 15th Street (Unikat, Tusche auf Papier)
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Josh Klassman
Josh Klassman ist ein Insider, ein Skater, ein Fotograf. Er wuchs in Venice, dem westlichen Stadtteil von Los Angeles auf. Venice hat Kultstatus, Teenager aus aller Welt feiern mit Venice-Beach-T-Shirts den ewigen Sommer. Nicht weit vom Strand entfernt liegt der berüchtigte Venice Pavilion. Er war ab den 1970er Jahren nicht nur legendärer Skatepark, sondern auch ein gefährliches Pflaster mit täglichen Gang-Shootings. Hier verbrachte Klassman seine Jugend und dokumentierte mit seiner Nikon FM2 die Skate- und Surfszene der 80er und 90er Jahre. „My photos are an insiders perspective, I was a part of all you see, it was my everyday life.“ Klassmans Fotoarchiv aus analogen schwarz-weiß Bildern versammelt heute wertvolle Momentaufnahmen. Sie dokumentieren eine Zeit, in der aus Pionieren der Skateszene, wie beispielsweise Jay Adams, die ersten Profiskater wurden.
Josh Klassman, Bela Horvath, Surfstyle, Venice Pavilion (RIP), Venice Ca, Venice 1980s
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Walter Dexel
„Der Formsammler“ ‒ so übertitelte die Zeitschrift „Bauwelt“ 2015 ihren Artikel zur Retrospektive von Walter Dexel im Städtischen Museum Braunschweig. Denn Dexel war nicht nur ein gut vernetzter Maler und einflussreicher Designer und Werbegrafiker. Er legte in Braunschweig auch eine international renommierte und einzigartige Kollektion von Gebrauchsgegenständen aus Handwerk und Industrie an – sie wurde so etwas wie sein Lebenswerk. Er begann damit in der NS-Zeit, in der er eine ambivalente Rolle spielte: Dexels Kunst galt als „entartet“, er selbst aber als nationalbewusst. Zuvor hatte er als Leiter des Jenaer Kunstvereins Kontakte zur Avantgarde, zu den Dadaisten und zum Bauhaus, gepflegt und Werke von Oskar Schlemmer, Walter Gropius oder László Moholy-Nagy gezeigt. In Jena loben die Stadtwerke seit 1997 ein Walter-Dexel-Stipendium für junge KünstlerInnen und KunstvermittlerInnen aus.
Walter Dexel, Composition I
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Michael Triegel
Es war ein Porträt, das dem Künstler Michael Triegel internationale Bekanntheit bescherte: Im Jahr 2010 malte er, obwohl zu dieser Zeit selbst keiner Kirche zugehörig, Papst Benedikt XVI. und bekam dafür eine Audienz im Vatikan. Aber auch seine Version des Letzten Abendmahls – Jesus allein an der langen Tafel – erlangte große öffentliche Aufmerksamkeit. Die Bildideen von Triegel, der in der Lasurtechnik der alten Meister malt, speisen sich oft aus der christlichen Kunst und der Antike. So geht auch seine Lithografie „Zu Hanns Eisler ‚Faustus‘ III (Adam und Eva)“ zurück auf ein biblisches Motiv. In dem Zyklus, zu dem diese Grafik gehört, verbildlicht Triegel die Visionen des Johann Faustus aus Eislers gleichnamigem Opernfragment.
Michael Triegel, Zu Hanns Eisler „Faustus“ III (Adam und Eva)
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Fritz Can Poppenberg
Die Ölmalereien „Love in the Soviet Union” und „Vue du Bosphore prise à Kandilli” von Fritz Can Poppenberg zeigen es schon: Die Kunst des 1991 in Berlin geborenen Malers hat mit der Vergangenheit zu tun. Wobei der selbstbewusste Blick der Frau aus dem Bild heraus, ihr Sichabwenden vom Liebhaber und die von Plattenbauten und Fabrikschloten geprägte Landschaft gleich wieder aufzuräumen scheinen mit romantisierenden Klischees, genauso wie die Ansicht des Bosporus-Uferidylls – einer alten Postkarte nachempfunden (Poppenbergs Großmutter stammt aus Istanbul) – ohne die Bauwut in der heutigen Türkei kaum mehr vorstellbar ist.
Fritz Can Poppenberg, Vue du Bosphore prise à Kandilli
Out of stock
Carlos Cruz-Diez
I am 94. I am a man of my time, I am not of the past.“ Das sagte Carlos Cruz-Diez (1923‒2019), Pionier der kinetischen, auf Beweglichkeit bzw. Bewegung beruhenden Kunst, noch im hohen Alter – und sein Schaffen zeugt davon. Schon in der Kunsthochschule fragte sich Cruz-Diez, der in der Folge einer der prominentesten lateinamerikanischen Künstler der jüngeren Moderne werden sollte, warum alle mit denselben Materialien arbeiteten. Er selbst wollte weg von der traditionellen Malerei. Während diese „eine Erinnerung“ repräsentierten, hoffte er darauf, in seinen Werken „die Gegenwart“ zu zeigen.
Carlos Cruz-Diez, Couleur Additive 2
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Fritz Can Poppenberg
Welche Gefühle sind angemessen, welcher künstlerische Ausdruck ist erlaubt? Und ist nicht eigentlich schon alles gesagt? Die Arbeiten von Poppenberg behandeln zutiefst zeitgenössische ‒ individuelle, aber auch gesellschaftliche ‒ Fragen nach Identität, Authentizität und Orientierung. Insofern sind sie überhaupt nicht von vorgestern, sondern ganz im Gegenteil der Zukunft zugewandt.
Fritz Can Poppenberg, Love in the Soviet Union
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Piero Dorazio
The Italian abstract artist Piero Dorazio begins to paint at a zero point for the fine arts. Following World War Two, he embarks on a quest to find his own visual language: One that doesn’t illustrate anything but suffices entirely on its own. Through his paintings and sketches, the artist creates virtual colour spaces. In the spirit of Kazimir Malevich and Paul Klee, he pushes the abstraction of colour to its limits, translating visual art into subtle poetry.
Dorazio’s biography as an artist reads like a picture book: In 1947, he joins the École des Beaux-Arts in Paris. There, he meets Henri Matisse and Georges Braque. In 1953, he starts teaching at Harvard, where he meets Willem de Kooning and Robert Rauschenberg. He begins to receive invitations to the great international art shows: to the documenta in Kassel, Germany, to the Biennale in Venice. In 1961, he receives the renowned Prix Kandinsky.
Dorazio, however, longs for silence. He retreats into a deserted monastery in Italy where he creates works of art that merely appear simple because they are crafted from a place of technical perfection. Today, Dorazio’s life’s work is being rediscovered as a result of the big comeback of the ZERO movement.
Piero Dorazio, Palpito della Luce
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Madeleine Boschan
Artist Madeleine Boschan creates new spaces with her works. As soon as we enter her sculptural ensembles, our gaze, our demeanor, and our perception are altered. For the sculptor, the work involves nothing less than the possibility of experiencing transcendence. But this requires candor: “One can only find one’s own place alone; no one can do it for you.” To begin with, the artist repeatedly presents herself with this task whenever she first enters the exhibition spaces of her site-specific works.

Boschan works in a manner that’s equally associative and meticulous. She thinks, reads, and researches in numerous directions. Even the colors of her sculptures are often related to the history of the locations in which they’re shown.
Since the end of her studies at Braunschweig’s University of Art in 2006, Boschan’s works have been shown internationally in solo and group exhibitions, at the Art Center Los Angeles (ACLA), the Hamburger Bahnhof Museum of Contemporary Art in Berlin, Munich’s Kunstraum, in the Philara Collection in Düsseldorf, and the Vienna Secession, among others.
Madeleine Boschan, Antae (brimstone / light blue)
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Joel Meyerowitz
Joel Meyerowitz zählt zu den bedeutendsten Mitbegründern der „Street Photography“ und der „New Color Photography“. Seit 1962 fotografiert er in Farbe ‒ seinerzeit ein Novum, denn nur die Schwarz-Weiß-Fotografie war damals als Kunst anerkannt. Gegenstand von Meyerowitz‘ Momentaufnahmen war das pulsierende Leben auf den Straßen New Yorks. Bis heute prägen seine Fotografien unser Bild von der amerikanischen Metropole. „Farbe hatte mehr beschreibende Kraft als Schwarz und Weiß. Ich verstand es als eine Erweiterung der Bandbreite von Inhalten und Emotionen“, hat Meyerowitz seine Entscheidung erläutert.
Als 2001 die Türme des World Trade Centers einstürzten, verschaffte sich der Fotograf Zugang zum tagelang abgesperrten Gelände und fotografierte das rauchende Trümmerfeld. Auch diese dramatischen Bilder haben sich in das kollektive visuelle Gedächtnis in Bezug auf New York eingeschrieben.
Joel Meyerowitz, Morandi’s Objects. Pitcher
Out of stock
Paul Hutchinson
Hutchinson entwickelt Großstadtgeschichten von großer narrativer Kraft, die dabei aber nur einen Ausgangspunkt für eine mögliche Weiter-Erzählung und deren Wendungen bilden. Der Faltenwurf auf dem C-Print „Hoodie, green glow“ wird so zum Ausdruck einer inneren Haltung, Sinnbild einer Emotion. Doch die Fotografien betören uns auch allein im Hinblick auf ihre visuelle Form: durch ebenjenes leuchtende Grün, den Glanz einer Silberfolie oder die Reflexionen einer roten Synthetikjacke. „Eine Art bittersweetness und Poesie“ wohne seinen Werken inne, sagt Hutchinson, andere nennen es auch: Magie.
Paul Hutchinson, Hoodie, green glow
Available
Heinrich Heidersberger
Ich habe eine Abneigung gegen Gebrauchsanweisungen.“ Das sagte der Fotograf Heinrich Heidersberger einst über sich. Vielleicht strotzen die technisch ausgefeilten und perfekt inszenierten Arbeiten des großen Dokumentaristen der Nachkriegsmoderne gerade deswegen nur so vor Experimentierfreude und erstaunlichen Kompositionsideen. Seine Edition „Kleid aus Licht” aus dem Jahr 1949 zeugt davon. Berühmt sind auch seine „Blicke von oben“ wie etwa das 1935 in Kopenhagen entstandene Bild der Fahrradkuriere auf der Laederstraede.
Heinrich Heidersberger, VW Bad Wolfsburg, 1961
Out of stock
Heinrich Heidersberger
„Ich habe eine Abneigung gegen Gebrauchsanweisungen.“ Das sagte der Fotograf Heinrich Heidersberger einst über sich. Vielleicht strotzen die technisch ausgefeilten und perfekt inszenierten Arbeiten des großen Dokumentaristen der Nachkriegsmoderne gerade deswegen nur so vor Experimentierfreude und erstaunlichen Kompositionsideen. Seine Edition „Kleid aus Licht” aus dem Jahr 1949 zeugt davon. Berühmt sind auch seine „Blicke von oben“ wie etwa das 1935 in Kopenhagen entstandene Bild der Fahrradkuriere auf der Laederstraede.
Heinrich Heidersberger, Laederstraede, Kopenhagen, 1935
Out of stock
Françoise Pétrovitch
„Rougir“, deutsch „erröten“, so heißt eine ganze Serie von Siebdrucken der Künstlerin Françoise Pétrovitch. Mit der Grundfarbe Rot, einer Farbe, die Emotionen und Gefahr symbolisiert, wurde diese Arbeit gedruckt. Weiß ist die zweite Hauptfarbe des Bildes, nicht nur als Hintergrund.
Françoise Pétrovitch, Rougir (bronzage)
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Roy Lichtenstein
Hier treffen sich zwei Meister: So wie Roy Lichtenstein neben Andy Warhol als wohl bekanntester Vertreter der Pop-Art gilt, gehört Hans-Peter Haas aka HPH zu den renommiertesten Siebdruckern in der Kunstwelt. Die Edition „Big Painting No. 6“ von Lichtenstein stammt aus seiner Werkstatt. Die Arbeit aus der sogenannten “Brushstroke”- bzw. „Pinselstrich“-Serie erinnert schon durch seine Bildsprache mit den für Lichtenstein so typischen Rasterpunkten an maschinell reproduzierte Druckerzeugnisse. Gleichzeitig persifliert der Künstler mit den vermeintlich gestisch-spontan aufgetragenen Pinselstrichen im Comicstil das künstlerische Pathos der Abstrakten Expressionisten.
Roy Lichtenstein, Big Painting No. 6
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Jenny Holzer
Da flackert nichts. Mit farbenreichen LED-Schriftbändern hat die New Yorker Konzeptkünstlerin Jenny Holzer Weltruhm erlangt, doch hier ruhen große rote Lettern auf gelbem Grund.
„YOU CAN WATCH PEOPLE ALIGN THEMSELVES WHEN TROUBLE IS IN THE AIR. SOME PREFER TO BE CLOSE TO THOSE AT THE TOP AND OTHERS WANT TO BE CLOSE TO THOSE AT THE BOTTOM. IT’S A QUESTION OF WHO FRIGHTENS THEM MORE AND WHOM THEY WANT TO BE LIKE.” Dieser Gedankensplitter, in Form eines Kupferdrucks auf Büttenpapier gebracht, ist Teil der „Living Series” (1980–82), in der die 63-Jährige Beobachtungen sozialer Phänomene beschreibt. Sie bemüht sich darin wie stets um eine moderate Sprache, und doch gerät der Leser ins Wanken, weil er in einen Strudel von Fragen gerät: Bin ich ein Hin- oder Weggucker? Warum verstecke, wovor fürchte, nach welchem Ich sehne ich mich? Die Harmlosigkeit, die eine Alltagssituation zunächst verspricht, gerät so leicht aus den Fugen.
Jenny Holzer, Selection from Living 1980–82
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Salvador Dalí
Als Dalís Lithografie „The Path to Wisdom (Drawer)” 1978/79 gedruckt wurde, war der exzentrische Künstler bereits Mitte 70 – und hatte längst zum katholischen Glauben gefunden. Was zeigt uns diese rätselhafte Szene vor dem Felsen in karger Landschaft? Ein gottähnliches Wesen, einen alten – dem Künstler selbst verwandten – Mann? Die Schublade ist ein sprechendes Motiv, verkörperte sie für Sigmund Freud doch die verdeckte Sexualität der Frau. In den Werken Dalís tauchen Schubladen immer wieder auf. Ihr leicht geöffneter Zustand könnte ein Hinweis darauf sein, dass ihre Geheimnisse gelüftet sind - und nichts mehr zu befürchten ist. Aber was hatte Dalí schon zu befürchten? Hat er sich doch am am Ende seiner Tage selbst „der Göttliche“ genannt.
Salvador Dalí, Retrospective - The Path to Wisdom (Drawer)
Out of stock
Tal R
Als „Kolbojnik“ beschreibt der Künstler Tal R den Stoff, aus dem seine Werke sind. Das hebräisch-jiddische Wort steht für den gemeinsamen Abfalleimer im Kibbuz, und der in Israel geborene Däne deutet damit an, dass es eine große Bandbreite an Themen ist, die er in seinen Arbeiten „recycelt“. Tal R bewegt sich auf den Feldern der Malerei und der Installation ebenso wie auf denen der Mode oder der Skulptur; er bedient sich populärer Sujets wie des Comics, der Videospielästhetik und der Musik. Gleichzeitig leuchten immer wieder Momente der Kunstgeschichte auf.
Tal R, Deaf Institute
Available
Günther Uecker
Günther Uecker zählt zu den wichtigsten Nachkriegskünstlern Deutschlands überhaupt. 1961 wurde er Mitglied der von Heinz Mack und Otto Piene kurz zuvor gegründeten Gruppe ZERO und wandte sich daraufhin verstärkt der Lichtkunst zu. Wenige Jahre später, 1970, war er neben Karl-Georg Pfahler, Mack und Thomas Lenk deutscher Vertreter auf der Biennale in Venedig. Seine Hauptwerke, wie etwa seine genagelten Reliefs, werden heute am Kunstmarkt auf eine halbe Million Euro oder mehr taxiert.
Günther Uecker, Lesioni - Legami
On inquiry
Friedrich Kunath
Friedrich Kunaths Werk ist getragen von Poetik, Melancholie, Ironie, Absurdität und Existenzialismus. Das Gewöhnliche spielt ebenso wie das Erhabene eine Rolle in seiner Kunst. Selbstbewusstsein und Zweifel widersprechen sich bei Kunath nicht. Seine Ausdrucksweise in Malerei, Zeichnung, Objektkunst, Fotografie, Video- sowie Mixed-Media-Installation und Performance ist immer überraschend und unendlich reich an Ideen. Seine Rauminszenierungen wirken oft befremdlich, verbinden das scheinbar Unvereinbare miteinander.
In der internationalen Kunstszene ist Kunath seit den späten 1990er Jahren erfolgreich und berühmt. Er wurde 1974 in Chemnitz geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. Bei Walter Dahn studierte er an der Hochschule für Bildende Künste, heute lebt und arbeitet er in Los Angeles. 2012 erhielt er den renommierten Sprengel-Preis für Bildende Kunst.
Friedrich Kunath, I don't worry anymore
Out of stock
Stefan Marx
„Ich wollte immer die visuelle Seite meiner Lieblingskultur mitgestalten.“ Das war der Teenagertraum von Stefan Marx, Künstler und Designer, der tief in der Skateboarder-Szene verankert ist. Bereits mit 16 Jahren gründete er sein eigenes T-Shirt-Label und brachte Zines in kleinen Auflagen heraus. Heute wird er heftigst umworben, sei es von Plattenfirmen, Verlagen oder Galerien. In Hamburg studierte er Typografie. Marx spricht von sich am liebsten als Zeichner. „Eine bewusste Entscheidung, Künstler zu werden, habe ich immer noch nicht getroffen“, sagt er. Es ist ihm wichtig, die Kunstwelt regelmäßig auch wieder verlassen zu können. Der Zauber seiner Arbeiten liegt im Alltäglichen, das sie verhandeln.
Stefan Marx, Feelings aren't final
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Marcel Dzama
Marcel Dzama ist bekannt für seine detaillierten, feingliedrigen Zeichnungen. Gedämpfte Farben, obskure Figuren, erotische Motive und psychosexuelle Themen machen das Werk des kanadischen Künstlers unverkennbar. Dzama, der 1974 in Winnipeg geboren wurde, arbeitet darüber hinaus mit Skulptur, Malerei und Video. Er wird in New York und London von David Zwirner vertreten, einem der wichtigsten Galeristen weltweit.
Marcel Dzama, Opposition and Sister, Squares Reconciled Ex Libris Nr. 20
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François Morellet
„Recso-Verto 45°“, ein Siebdruck von 2011 von François Morellet, hat sich der formalen Strenge und der festgelegten Systematik verschrieben. Die schwarzen Linien fließen scheinbar ins Unendliche. Auf dem weißen Bildfeld suggerieren sie ihre Wiederholung. Doch aufgepasst: Nach der Krümmung öffnet sich die Linie zur Wand, ihr Strich wird breiter. Der versteckte Witz, der Clou dieser minimalistischen Wandarbeit liegt in einer optischen Täuschung. Das Werk löst sich links. Was ist hier Wand, was Werk? „Recso-Verto 45°“ hält für uns einen Knick in der Optik bereit!
François Morellet, Recso-Verto 45°
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Roy Lichtenstein
Wer ist Freund, wer ist Feind? Wer hier spricht, das ist auf Roy Lichtensteins nach „Whaam!“ berühmtestem Kriegsbild nicht ganz klar. „As I Opened the Fire“ ist ein Triptychon, das wenige Sekunden zweier Kampfflugzeuge während der Schlacht zeigt. Das erste und das letzte der einem DC Comic mit dem Titel „All American Men of War“ nachempfundenen Panels vertauschte der gefeierte Pop-Art-Künstler, was das Verständnis dieser kurzen Episode zusätzlich erschwert. „As I Opened the Fire“ steht für Lichtensteins Vorliebe für Cartoons und Comics zu Beginn seiner Karriere und den Rückgriff auf die Populärkultur, mit der er und seine Weggenossen die bildende Kunst revolutionieren sollten.
Roy Lichtenstein, As I Opened the Fire
On inquiry
Rosemarie Trockel
Sie ist eine der bedeutendsten und vielseitigsten deutschen KünstlerInnen überhaupt: Rosemarie Trockel, die in den 70er Jahren erst Anthropologie, Theologie und Mathematik studierte, bevor sie zum Kunst- und Designstudium nach Köln wechselte, fertigt Skulpturen, Zeichnungen, Installationen und Objekte, die aus dem Rahmen fallen – unvorhersehbar, rätselhaft und lebendig.
Rosemarie Trockel, Ohne Titel
On inquiry
Lars-Gunnar Nordström
Lars-Gunnar Nordström war ein finnischer Maler, Grafikdesigner, Bildhauer und Jazzliebhaber. 1924 geboren, arbeitete er über Jahrzehnte an seinem künstlerischen Werk, bevor er 2014 im hohen Alter von 90 Jahren starb. Als Pionier der Konkreten Kunst in Finnland schuf Nordström ein Œuvre aus streng komponierten Formen und Farben. Musik war dabei eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen.
Lars-Gunnar Nordström, Composition
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Jiří Georg Dokoupil
Über 100 verschiedene Stile und Techniken werden Jiří Georg Dokoupil von der Kunstwelt zugeschrieben. Er selbst meinte schon 1992, eine Retrospektive seines Werkes werde einmal aussehen wie eine Gruppenausstellung von 20 Malern. Dies hat sich inzwischen bewahrheitet: Große Soloausstellungen in den Hamburger Deichtorhallen oder im Museo Nacional Reina Sofia in Madrid sind der eindrucksvolle Beleg dafür.
Jiří Georg Dokoupil , Köpfe
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Meret Oppenheim
Meret Oppenheim gelang ein kometenhafter Aufstieg als Künstlerin. Der Schweifstern kann als Sinnbild für ihre frühe Karriere stehen. „Kleiner Komet“ heißt auch die monogrammierte Farbserigrafie aus dem Kerber Verlag. Hier erinnert er an eine Art Himmelsgefährt, umwebt von vielen kleinen Sternen, golden glänzend wie er. Stehen die zwei Kreise für ein androgynes Wesen? So jedenfalls, geschlechtsneutral, wünschte sich Oppenheim stets die Kunst.
Meret Oppenheim, Kleiner Komet
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Dorothy Iannone
Welche Antwort gibt man auf diese Frage: „Doesn't everyone make mistakes in September?" Auf 2014 datiert ist diese Edition in Schwarz-Weiß. Die Originalzeichnung entstand bereits 1976. Damals zeichnete Dorothy Iannone das Motiv auf eine Postkarte. Noch im selben Jahr gab die in Boston, Massachusetts, geborene Künstlerin ihrem Leben eine neue Richtung und ging mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin. Dort lebt sie bis heute. Neben dem ironisch anmutenden Text der Zeichnung fällt Iannones explizite Bildsprache ins Auge, ein Mix aus Comic-Ästhetik und tantrischer Malerei bzw. buddhistischer Motivik. Letztere entdeckte die Künstlerin auf ihren Auslandsreisen.
Weibliche Sexualität, freie Liebe: Iannones Kunst der Kompromisslosigkeit verweigert bereits seit den 1960er Jahren die Zensur. In Gemälden, Texten, Bilderzählungen und Filmen kämpft sie für die Emanzipation. Ihr Werk dreht sich um die sexuelle, aber auch intellektuelle Unabhängigkeit der Frau und ihrer Gleichheit im Verhältnis zum Mann.
Dorothy Iannone, Doesn’t Everyone Make Mistakes in September?
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Ed Ruscha
Ed Ruscha is a pioneer of American conceptual art who influenced artists like Bruce Nauman all the way to Lawrence Wiener.
He is celebrated as the “King of the West Coast” for his unique visual language that reaches all the way from cool, elegant and desolate petrol stations and neon sign advertisements to letter pictures in which he explores the banality of everyday metropolitan life and the mass media.
Ed Ruscha, Metro Mattress #4
Olaf Hajek
Olaf Hajek (born 1965) is among the best-known and most sought-after illustrators in the world. He has created illustrations for the New York Times, the Guardian and SZ-Magazin, designed a postage stamp for the British Crown, illustrated a book for Little Gurus and devised advertising campaigns for a Swedish chocolate brand.
Next to his commissioned work, all of which Hajek creates using acrylic paint while living in Berlin, he is increasingly dedicating himself to painting on a freelance basis. His style is unique: With a repertoire of colours and forms that knows no limits, Hajek conjures up dreamlike, exotic worlds in which birds and insects congregate, snakes and human bodies intertwine and women don wondrous floral arrangements. With this edition exclusively created for Artflash, we may marvel at the enchanting beauty of a woman with lavish hair, a long neck and a richly adorned forehead. In front of her face, she holds a vibrantly coloured bird-of-paradise flower, spanning colours from ochre to red, from purple to bright blue. In that way, “Flower” recalls the colourful exuberance of the Impressionists, such as that of Paul Gauguin, yet exhibits complete timelessness — simply enticing!
Olaf Hajek, The Flower
Available
Sigmar Polke
Sigmar Polke’s artistic career already began at the age of six. Back then, he painted a bomber from whose belly swastikas rained down. He was a child of the war — like his artist friend Gerhard Richter, and like Richter he had fled from the GDR to West Germany. The two met at the Kunstakademie Düsseldorf, where they proclaimed the “capitalist realism” movement, in opposition to the dictates that they had experienced in East Germany. They received attention from the start, but Polke became world-renowned thanks to his painting “Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!” (“Higher beings commanded: Paint the upper corner black!”) from 1969. Except for the black corner, the demand is noted on the white canvas in typewriter font.
Polke didn’t shy away from expressing irony and rebelled against the elevation of artistic creation and the art industry — though he would later become one of the highest-traded German artists. In 1972, curator Harald Szeemann invited him to the Documenta 5. Polke would subsequently also appear at the Documenta 6 and 7. In 1986, Polke received the Golden Lion for the German Pavilion at the Venice Biennale, and in 2002 the Praemium Imperiale in Tokyo, to name only two of his many honours.
Sigmar Polke, Undesired Gifts (Unerwünschte Geschenke)
On inquiry
Michael Sailstorfer
Eine seiner frühesten Arbeiten verwirklichte Michael Sailstorfer noch ohne Auftraggeber: Er stattete Wartehäuschen an Bushaltestellen in seiner bayrischen Heimat mit Betten, Kochstellen, Tischen, Stühlen und Toiletten aus und nannte seine Installationen „Wohnen mit Verkehrsanbindung“. Und schon sie verweisen auf zwei wichtige Komponenten seiner Arbeitsweise: die Lust an der Umwandlung von Alltagsobjekten und Humor.
Michael Sailstorfer, P 99
Available
Hanne Darboven
Schon morgens um vier Uhr saß Hanne Darboven in ihrer Schreibstube, um erst am Mittag den Griffel aus der Hand zu legen. Für die Künstlerin war das Leben eine von Stundenplänen geregelte „Hausaufgabe“, unter die man abends ein Häkchen setzt. Aus dieser Disziplin entstand ein anspruchsvolles Werk, das man näherungsweise als künstlerisches Schreibwerk, als bildende Kunst und als minimalistische musikalische Kompositionsarbeit bezeichnen könnte. Das Thema „Stundenplan“ ist auch in „Theatre“ deutlich sichtbar. Täglich führte Darboven mit einer Gründlichkeit, die gleichermaßen grandios, einschüchternd wie furchterregend ist, Buch.
Hanne Darboven, Theatre
Available
Victor Vasarely
Sein malerisches Schlachtfeld war die geometrische Abstraktion. Und ihr fügte Victor Vasarely durch raffinierte Raumsuggestionen eine entscheidende Komponente hinzu: den optischen Effekt. Deshalb gilt der in Ungarn geborene Künstler (1908‒1997) als Vater der sogenannten Op-Art. Diese fordert uns mit wahrnehmungspsychologischen Wirkungen von Bildmustern heraus, löst Bewegungs- oder Flimmereffekte auf der Netzhaut aus. In die Kunst Vasarelys flossen auch seine Erfahrungen als Grafiker ein. Für die Olympiade in München 1972 entwarf er das offizielle spiralenförmige Logo. Und auch die Raute von Renault entstammt seinem Zeichenblock. Von 1955 bis 1968 waren seine Arbeiten regelmäßig auf der Kasseler Documenta zu sehen. Vasarely gründete im Jahr 1976 die Fondation Vasarely in Aix-en-Provence. In seiner Geburtsstadt Pécs eröffnete 1976 das Vasarely-Museum. Ein weiteres folgte 1987 in Budapest.
In 2018 / 2019 zeigt das Städel Museum in Frankfurt eine Retrospektive des Künstlers.
Victor Vasarely, Voeroech
Available
Louise Bourgeois
It is no exaggeration to call Louise Bourgeois the grand dame of contemporary art. The artist who died in 2010 with 98 years of age was exhibited in the biggest museums worldwide and in 1982 the Museum of Modern Art in New York even dedicated a solo-exhibition to her - it was the first time in the museum’s history that this honour was shown
to a woman. Despite that Bourgeois is also known as on of the most expensive artists worldwide and her sculptures, installations of bronze, marble, plaster and latex are
achieving the highest offers. Nevertheless this honouring is not necessarily in Bourgeois personal interest. The emancipated artist, who was born in France but lived in New York since 1938, always rebelled against the conventional and against what was supposed to be suited for a lady. Even when she was in her later years Bourgeois still organized her legendary salons in her studio in Chelsea and looked for the exchange with young artists
She remained a person of inquiry, who used her autobiographical inspired art to address feelings of anxiousness, hatred, madness and most of all her traumatizing childhood memories.
Louise Bourgeois, The Reticent Child
On inquiry
Raymond Pettibon
For some, he is "one of the most powerful chroniclers of the American Dream", for others, the illustrator of American punk rock - who designed album covers for bands like "Black Flag" and " Sonic Youth" - is legendary. The artist in question is Californian Raymond Pettibon (born 1957). In the early 1980s, Pettibon began to publish his ink drawings, which often combine socially critical texts with images. The punk fans became art collectors and Pettibon became one of the most sought after contemporary artists to date.
Raymond Pettibon, One more line