Some editions you may have missed

 
Sarah Morris
Sarah Morris, born in the US in 1967, is considered among the world’s most successful contemporary artists. She became well known as a result of her abstract paintings, whose geometric structures mirror skyscraper facades and question the architecture of modern metropoles. Urban landscapes and constructions are also the subjects of her films, in which she paints portraits of cities such as Washington, Las Vegas, New York or Los Angeles. Morris’ passing looks at events that determine a big city has been highly praised: “Capital (Washington D.C.)”, for example, shows the hustle and bustle around the White House during the last days of the Clinton Administration, whilst in “Los Angeles”, Morris observes Hollywood stars like Warren Beatty amid preparations for the Academy Awards.
Sarah Morris, Sony (Los Angeles)
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Louisa Clement
Louisa Clement ist die Entdeckung der Stunde. Louisa Clement war Meisterschülerin bei Andreas Gursky. 2017 erhielt sie ein Stipendium der Konrad Adenauer Stiftung, 2016 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Medium ihrer Wahl ist die Fotografie. Mit ihr erfasst sie ihre Umgebung, lenkt einen detailverliebten Blick auf den Alltag. Ihre Fotografie wirkt haptisch, mit ihr kann man die Beschaffenheit von Papier, den Fall eines Stoffes regelrecht spüren. Auch ungewöhnliche Perspektiven beherrscht sie Meisterhaft. Porträts sind bei Clement nicht einfach Porträts. In der Serie „Headlong“ widersetzt sich Louisa Clement dem Standard: Statt Auge, Nase, Mund gestaltetet sie Oberflächen. Ein Mensch, der durch seinen Gesichtsausdruck charakterisiert ist, wird bei Clement durch Köpfe von Schaufensterpuppen ersetzt und fotografiert. „Headlong IV“ (2015) ist demnach kein Porträt im Sinne des erwünschten Seelenspiegels. „Headlong IV“ ist Konzeptkunst: Ein geschlechtsloser Kopf, der alleine durch die farbige Oberflächengestaltung individualisiert wird. Für die Serie „Headlong“ reiste Clement mehrere Monate durch Europas Großstädte
Louisa Clement, Headlong IV
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Verena Johanna Müller
Als selbsternannte Stewardess mit Bodenmission ist Verena Johanna Müller im Auftrag der VERENA AIRLINES unterwegs. Sie bringt mit dem "air sickness bag in der Business Class Edition" einen mit Blattgold veredelten Spuckbeutel für gehobene Ansprüche auf den Markt. Das goldene V steht für ihre virtuelle Fluggesellschaft, die Verena Airlines. Durch freie Entfaltung oder zweckgemäße Benutzung wird aus dem flachen Stück Papier ein dreidimensionaler Gegenstand. Wir befanden, dass diese Arbeit viel zu schade fürs Reisegepäck ist und haben sie daher nach Absprache mit der Künstlerin in einen schönen Objektrahmen montiert. Die Arbeit ist auf Wunsch der Künstlerin nicht signiert und nummeriert.
Verena Johanna Müller, Air Sickness Bag (Business Class Edition)
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Brigitte Waldach
Wenn ich lese, sehe ich Bilder, und wenn ich zeichne, sehe ich Texte. Ich kann keinen Bereich ohne den anderen denken“, so hat Brigitte Waldach ihr künstlerisches Arbeiten einmal erläutert. Sie war Meisterschülerin bei Georg Baselitz an der Hochschule für Künste in Berlin, zuvor studierte sie Germanistik. Die Schrift ist wichtiger Bestandteil ihrer oft großformatigen Zeichnungen und Rauminstallationen, in denen sie Inhalte und Bezüge auch mithilfe sogenannter Verspannungen – meterlanger flexibler Gummibänder – ins Dreidimensionale übersetzt. Nicht alles ist lesbar, vieles überlagert sich, die Bedeutungsebene reicht über den konkreten Inhalt hinaus. Lichtspiele und Wortklänge erweitern die Raum- und Sinneserfahrung. Bei Waldach verdichtet sich Schrift zu Wolken, türmen sich Texte zu Gebirgen auf, werden Kompositionen dreidimensional begehbar. Komplexität wird hier zu einem außergewöhnlichen Kunstereignis. Waldachs Werke sind häufig ortsspezifisch und in Museen, Galerien und auf Messen zu sehen. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, u.a. in der Albertina in Wien, der Fondation Francés bei Paris, der Berlinischen Galerie sowie dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin.
Brigitte Waldach, Reform
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Gabriela Kobus
In ihren Malereien und Zeichnungen schafft Gabriela Kobus durch Tiefenwirkung – wenngleich allein gedanklich – begehbare Räume. Eine Variante von „Mount“ war, betitelt als „Iceberg“, neben der Arbeit „Greetings“ in der 2019 in Leipzig und dieses Jahr in Dresden gezeigten Ausstellung „Who’s afraid of ROSA“ zu sehen. Polnische und deutsche Künstlerinnen näherten sich hier Rosa Luxemburgs Werk und Person in Bezug auf aktuelle Fragen assoziativ an. Der Mensch ist in den Werken von Kobus zwar abwesend, so auch in den sechs Unikaten auf Papier, die 2020 entstanden sind. Dennoch verliert sie ihn nie aus dem Blick, prägen doch soziale Bedürfnisse ihre Raumformationen auf subtile Weise. Vielleicht fühlen wir uns deshalb so hineingezogen in diese verspielten, eigenen statischen Gesetzen und Rhythmen folgenden Welten, die voller Abenteuer zu stecken scheinen.
Gabriela Kobus, Welcome
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Louisa Clement
Wie schon in ihrer Werkserie „heads“ zeigt die Edition „o.T.“ aus dem Jahr 2019 eine von Louisa Clement durch Glas fotografierte Schaufensterpuppe – aufgenommen mit dem Smartphone mit geringer Tiefenschärfe. In dieser Arbeit konzentriert sich die Künstlerin jedoch auf die Gliedmaßen. Trotz der unverkennbaren Künstlichkeit des Körpers lässt sich der herabhängenden Hand eine gewisse Zärtlichkeit zuschreiben. Verstärkt durch die körnigen Oberflächen und die Lichtreflexe wirken die Puppenglieder hier fast sinnlich-körperlich, zudem nähert sich die Fotografie dadurch visuell der Malerei an. Wo endet die reale, wo beginnt die virtuelle Welt? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es heute nicht mehr. Die künstlerischen Versuchsanordnungen von Clement spielen mit der künstlich hergestellten, vermeintlich idealen Oberfläche, die den Druck auf die so gar nicht makellosen Individuen erhöht. Gleichzeitig scheint auf, was den idealen Abziehbildern fehlt: Sie sind unheimlich perfekt, in aller Doppeldeutigkeit.
Louisa Clement, Ohne Titel
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Dennis Hopper
Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Maler – und Fotograf: Dennis Hopper war vieles. In „... denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“ spielte er in den 50er Jahren an der Seite seines Freundes James Dean. Schon im Jahrzehnt darauf widmete er sich intensiv der Fotografie. Was Hopper auf Partys, an Filmsets oder auf der Straße einfing, beschrieb Filmregisseur Pedro Almodóvar einmal als „Alltagsgesicht der amerikanischen Populärkultur“. Neben Künstlerfreund*innen wie Robert Rauschen¬berg, Andy Warhol, Roy Lich¬ten¬stein, James Rosen¬quist oder Jane Fonda fotografierte er auch die Bürgerrechtsmärsche Martin Luther Kings.
Dennis Hopper, Untitled (Diamonds)
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Gfeller + Hellsgård
Angefangen haben Anna Hellsgård und Christian „Meeloo“ Gfeller alias Gfeller & Hellsgard mit Postern und Zines im Umfeld der Noise- und Punkszene in Straßburg. Später entwarfen sie auch Cover und Plakate für namhafte Musiker*innen wie Sonic Youth, Pj Harvey, Nick Cave oder Animal Collective. Künstler*innenbücher, Editionen und ein eigener Art Space in Berlin kamen hinzu. Doch je ausgefeilter ihr Handwerk wurde, umso mehr wuchs ihr Interesse an den vermeintlichen Fehlern im Druckprozess, an dem „Unperfekten“. Seit 2011 konzentrieren sich Gfeller & Hellsgård in erster Linie auf ihre freie, nicht-figurative, experimentelle Kunst. Damit sind sie in den renommiertesten Sammlungen wie der Staatsbibliothek Berlin, dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe oder dem Metropolitan Museum of Art sowie dem MoMA in New York vertreten.
Gfeller + Hellsgård, Untitled 130
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Helmut Sundhaußen
Im Umgang mit der Form pflegt Helmut Sundhaußen einen äußerst sparsamen Stil. Trotzdem haben seine Werke wenig mit dem kühlen Purismus der „De Stijl“-Ästhetik zu tun. Allein anhand der Farbgebung in seinem Siebdruck ohne Titel wird deutlich, dass er auf Emotionen zielt. Die senkrecht gestapelten Trapezformen in Orange und Pink – als „Turmgeschichte“ beschreibt sie Sundhaußen selbst – wirken mehr als belebend, verursachen ein Flirren vor den Augen des Betrachters, wecken Nervosität. Erst der komplementärfarbene, türkisgrüne Hintergrund verschafft Beruhigung, Erholung – ein spannender und intensiver Kontrast.
Helmut Sundhaußen, ohne Titel
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Julius Hofmann
Gelangweilt schaut er uns an ‒ oder eher: durch uns hindurch ‒, der weibliche „Lurking Teen“ von Julius Hofmann, den Finger auf dem Touchpad, den Kopf in die Hand gestützt. Mit geschminkten Augen und Lippen und trotzigem Selbstbewusstsein liegt das Mädchen da im Schein des Displays, ein wenig zu verführerisch, aber ebenso verführbar. Hofmanns Porträt spiegelt nicht nur die Fluidität der Gefühle des Coming of Age. Durch den Verweis auf unser digitales Zeitalter ist dieses klassische Sujet ohne die allgegenwärtige Bilderflut inklusive Selfie-Kultur, Voyeurismus und des Problemfelds sensibler Daten im Hinterkopf kaum mehr zu denken oder heutiger: zu konsumieren. Auf diese Weise schafft der Künstler einen spannenden Spagat und schmuggelt die Komplexität der bildergestützten Gegenwart in die alten, künstlerisch seit jeher bearbeiteten Fragen.
Julius Hofmann, Lurking Teen
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Oskar Rink
Wenn Oskar Rink anfängt zu arbeiten, folgt sie „einem Gefühl von Verliebtsein“, wie es die Künstlerin in einem Interview im aktuellen „Clouds“-Magazin beschreibt. Impulsgeber kann eine kleine Beobachtung, eine Begegnung, eine Form oder ein Zeitungsfoto sein. Rink benutzt Skizzen für Skulpturen, Papierkonstruktionen oder auch gebaute Modelle als Ausgangspunkte für ihre Malereien in Öl; daneben entstehen Objektwelten und Installationen. „Das Räumliche so weit zu abstrahieren, wie es mir möglich ist, bestimmt mein momentanes Interesse“, sagt sie
Oskar Rink, POSITION III
On inquiry
Candida Höfer
Das titelgebende Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg (heute: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg) ist Schauplatz für die beiden Editionen von Candida Höfer aus dem Jahr 1988. Kulturelle Einrichtungen – neben Museen auch Bibliotheken oder Nationalarchive – zählen immer wieder zu ihren Fotomotiven. Die Künstlerin verschafft uns ungeahnte Einblicke in Arbeitsräume und hinter die Kulissen. Ihres musealen Präsentationskontextes beraubt, schärfen die von Höfer als ‚nackte‘ Exponate eingefangenen Ausstellungsstücke unseren Blick für die Wirklichkeit und eröffnen ganz neue Fragestellungen in Bezug auf die Institution Museum und ihre Sammlungen. Wen interessiert sie nicht, die Geschichte hinter der Geschichte? Zumal in einer Zeit, in der Provenienzen von künstlerischen und kulturellen Objekten grundsätzlicher als je zuvor auf dem Prüfstand stehen.
Candida Höfer, Museum für Naturkunde u. Vorgeschichte Oldenburg XIV
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Olaf Hajek
"Gerade das florale Element war für mich immer besonders wichtig. Das sind für mich einfach Symbole, die den Kreislauf des Lebens – Tod, Geburt, Blühen, Aufblühen, Vergänglichkeit – symbolisieren.“ Der Maler und Illustrator Olaf Hajek feiert die Welt der Blumen und Pflanzen in seinen „Flowerheads“, Porträts von Frauen, auf deren Köpfen farbenprächtige und symbolträchtige Stillleben wachsen.
In der im Mai 2020 entstandenen handsignierten Edition „Golden Tear“ zeigt sich eine wichtige Inspirationsquelle Hajeks: die Kunst Afrikas. Sie fasziniert und beeindruckt ihn zutiefst. Im Jahr 2011 verbrachte er drei Monate in Südafrika, um für eine Ausstellung in Kapstadt an neuen Werken zu arbeiten. In der Folge ist sein malerischer Duktus noch freier, seine Experimentierfreude noch größer geworden. Zugleich ist Hajek ein Geschichtenerzähler, seine Porträts erreichen auf ganz eigene Weise emotionale Tiefe. Man sollte sich Zeit nehmen für diese wirkkräftigen Werke. Denn schaut man sie an, begibt man sich auf kulturelle und seelische Entdeckungsreise und driftet ab ins verheißungsvolle Land der Fantasie.
Olaf Hajek, Golden Tear
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Lucie Bennett
Die Frau und der weibliche Körper ziehen sich als Motiv durch das gesamte Werk von Lucie Bennett. „I started getting serious about drawing aged three“, sagt die britische Künstlerin. „Even then my preferred subject was women. I drew women in elaborate outfits spending lots of time on the pattern and design.“ Waren es am Anfang ihrer Künstlerinnenkarriere Uniform tragende Frauen in selbstbewussten Pin-up-Posen, unterzog Bennett ihre Darstellungen mit der Zeit einer immer stärkeren Reduktion.
Auch der Siebdruck aus dem Jahr 2018 mit dem verlockenden Titel „Honey Island” kommt mit wenigen Linien aus. Und doch: Der sichere, grafisch anmutende Pinselstrich, die mit zartem Schwung angedeutete Wirbelsäule oder die an Pop und die 1980er erinnernde Farbwahl – die Werke haben einen hohen Wiedererkennungswert und verkörpern eine bestimmte, ganz eigene Haltung: den Lucie-Bennett-Style. Ihre Porträts wirken so cool und schwerelos, wie sich Weiblichkeit anfühlen sollte. Dazu selbstbestimmt. Intim, aber nicht ausgestellt. Es ist ein Balanceakt, den Bennett meistert, und zwar mit großer Sensibilität.
Lucie Bennett, Honey Island
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Roy Lichtenstein
Hier treffen sich zwei Meister: So wie Roy Lichtenstein neben Andy Warhol als wohl bekanntester Vertreter der Pop-Art gilt, gehört Hans-Peter Haas aka HPH zu den renommiertesten Siebdruckern in der Kunstwelt. Die Edition „Big Painting No. 6“ von Lichtenstein stammt aus seiner Werkstatt. Die Arbeit aus der sogenannten “Brushstroke”- bzw. „Pinselstrich“-Serie erinnert schon durch seine Bildsprache mit den für Lichtenstein so typischen Rasterpunkten an maschinell reproduzierte Druckerzeugnisse. Gleichzeitig persifliert der Künstler mit den vermeintlich gestisch-spontan aufgetragenen Pinselstrichen im Comicstil das künstlerische Pathos der Abstrakten Expressionisten.
Roy Lichtenstein, Big Painting No. 6
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Lothar Wolleh
Es greift zu kurz, Lothar Wolleh einfach nur als Fotografen zu bezeichnen. Er war ein leidenschaftlicher Freund und Förderer der Kunst, zugleich war er selbst ein Künstler ‒ ein Künstler, der andere Künstler fotografierte, einer, der mit technischer Präzision sein Medium, die Fotografie, herausforderte und innovative Projekte in Form von Künstlerporträts, Künstlerbüchern oder thematischen Fotomappen anschob. Neben Joseph Beuys lichtete Wolleh unter anderem Lucio Fontana, René Magritte, Otto Piene, Man Ray und Günther Uecker sowie deren Werke ab, oftmals aus eigener Initiative. Entstanden sind Arbeiten, die von großer Sensibilität und einem feinen Gespür für Bildkompositionen zeugen.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys III, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Èva Beresin
„The story of where I come from and who I am today seems an inexhaustible source.“ Die in Wien lebende ungarische Künstlerin Éva Beresin beschreibt hier, woraus sie schöpft, und offenbart zugleich einen wesentlichen Eindruck ihres Werks: die Intimität. Beresins Herkunft ist fundamental für das Verständnis ihres künstlerischen Schaffens. Als Kind zweier Holocaust-Überlebender haben sich die Gräuel des Zweiten Weltkriegs auch in ihr eigenes Körpergedächtnis eingeschrieben. Denn die Traumata der Eltern endeten nicht mit deren Tod. „Sometimes in the paintings, I am moving naked and vulnerable, in order to be able to start a dialogue with those I was never able to actually meet“, schreibt Beresin noch. Details über ihre Familiengeschichte erfuhr sie erst, als sie nach dem Tod ihrer Mutter deren Tagebuch las – Grundlage für ihre bislang größte Werkreihe und das Buchprojekt „Acht Und Neunzig Seiten“.
Èva Beresin, Participation in Art Basel Miami 2019 ... as if I had already guessed...
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Stefan Heyne
Abstraktion beginnt bei Stefan Heyne im Kopf: „Wenn ich arbeite, versuche ich meinen Verstand auszuschalten. Wenn man das Gelernte über die Welt vergisst, wird alles abstrakt und man gewinnt unermessliche Freiheit.“ „Seat“, seine jüngste Fotoserie, entstand an einem perfekten Ort gedankenloser Freiheit – über den Wolken. Auf Reisen rund um die Welt hat der Künstler instinktiv immer einen Fensterplatz gebucht. Fasziniert von der Lichtbrechung des Himmels in den frühen Morgenstunden und der späten Abenddämmerung, angezogen von Phänomenen wie Staub und Asche in der Troposphäre, hat er Fotografien geschaffen, die uns in die Vollkommenheit des Lichtes einhüllen. 40 Arbeiten gehören bisher zur „Seat“-Serie. Sie ist in ihrem Abstraktionsgrad wohl die kompromissloseste Arbeit Heynes. Jedes Motiv vollkommen aufgelöst in Farb- und Formverläufe wird zu etwas Unbeschreiblichem, das nicht mit Worten zu fassen ist, sondern pure Emotion auslöst. Mit konventioneller Fotografie sind diese Arbeiten nicht zu vergleichen, eher mit gegenstandsloser Malerei. Statt den Wahrheitsgehalt eines Bildes zu überprüfen, wird das Bild selbst zum Bild, selbstreflexiv und stark im Ausdruck! Die Serie „Seat“ wurde jüngst in Heynes Überblickshow „Super Vision. The New German Abstraction“ in der Galerie Diane Rosenstein in Los Angeles gezeigt.
Stefan Heyne, Seat 33F
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Lothar Wolleh
Geboren wurde Lothar Wolleh 1930 in Berlin, wo er zunächst an der Kunsthochschule Weißensee studierte. 1950 wurde er wegen angeblicher Spionage von der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet. Sechs Jahre verbrachte er im Arbeitslager Workuta in der UdSSR – eine Erfahrung, die ihn nachhaltig prägte. Nach seiner Freilassung absolvierte er eine klassische Fotografenausbildung im Lette-Verein in Berlin, die er später an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen bei Otto Steinert fortsetzte. Von 1962 bis zu seinem Tod 1979 lebte Wolleh in Düsseldorf. Dort machte er sich zunächst einen Namen als Werbefotograf. Zeitgleich widmete er sich jedoch der Kunst und wurde so zum Chronisten der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere der Gruppe ZERO.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys II, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Lothar Wolleh
Joseph Beuys und Lothar Wolleh lernten sich Mitte der 1960er Jahre in Düsseldorf kennen. 1971 begleitete Wolleh den Künstler und dessen Frau Eva nach Stockholm, wo das Moderna Museet die erste große Einzelausstellung mit Werken von Beuys außerhalb Deutschlands zeigte, ein bedeutender Moment in seiner Karriere. Über 800 Aufnahmen entstanden in Stockholm – unter anderem die drei Fotografien, die nun als limitierte Foto-Editionen exklusiv bei artflash erscheinen.
Sie zeigen Beuys beim Denken und Konzipieren, umgeben von seinen Werken, im Gespräch. Die Fotografien bieten nicht nur einen Einblick in sein Schaffen und seinen Kunstbegriff, sie fangen auch die Persönlichkeit dieses Ausnahmekünstlers ein und zeugen nicht zuletzt von der besonderen Arbeitsbeziehung zwischen Fotograf und Porträtiertem.
Anders als der Großteil der in Stockholm entstandenen Aufnahmen hält die Fotografie „Joseph Beuys I“ den Künstler nicht in Aktion fest. Stattdessen steht er hier aufrecht, unbewegt in der Bildmitte zwischen zwei seiner Installationen, mit dem für ihn so charakteristischen Filzhut und in pelzbesetztem Mantel. Das Porträt erlangte zu Recht ikonischen Status und befindet sich u.a. in der Sammlung der Tate Modern London.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys I, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Jörg Immendorff
Jörg Immendorff bleibt zwar auch in seiner Spätzeit figurativ, doch zusätzlich hält die Abstraktion Einzug in sein Werk. Monochrome Flächen, geheimnisvolle Figuren laden zum Reflektieren ein. Auch dieser Siebdruck von 2006 wirkt rätselhaft: ein Affe, ein Pferd, eine Kugel. Das Pferd bäumt sich auf, zeigt seine Stärke, jongliert die Kugel zwischen Vorderlauf und Kopf. Die Kugel trägt unzählige Augen. Und es verharrt vor dem Rad – Symbol für die Sonne, die Zeit, das Leben? Welcher Symbolik folgt diese Darstellung? Der Affe ist ein häufiges Motiv in Immendorffs Spätwerk. Das Tier ist sein Alter Ego, es ist das Sinnbild seines Künstlertums. Immendorff nimmt hier einen Topos der Kunstgeschichte auf: Der Künstler ist gleichzeitig Schöpfergott und nachäffender Kreator. Der Affe ist des Künstlers Freund und Feind. Immendorffs Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte wird auch bei der Wahl des Pferdemotivs ersichtlich. So steht das Sujet des roten Pferdes in der Tradition des berühmten Expressionisten Franz Marc. Das wilde Tier bändigt die Kugel. Dieser entgeht nichts, ihre Augen sehen alles. Und es lässt sich bändigen, ergibt sich dem Kreislauf des Lebens und damit vielleicht auch der Endlichkeit.
Jörg Immendorff, Ohne Titel (Pferd, Affe, Rad)
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Éva Beresin
Die Bilder von Éva Beresin wirken genauso stark wie verletzlich und sind dabei so trotzig wie humorvoll. Schaut man auf ihr Erbe, wird deutlich: Hier malt eine Überlebenskünstlerin. Eine, die uns betört mit ihrem Einfallsreichtum und ihrer Offenheit. Und in dieser Selbstbewusstheit liegt eine überraschende Leichtigkeit. Die Figuren – häufig Selbstporträts – nehmen uns ins Visier und berühren uns unmittelbar. Wie innere Seelenlandschaften lassen sich die oft nackten Körper lesen. Zwischen den Drachen, Affen, Puppen und sonstigen Wesen hausen auch unsere Ängste – und unser Glück.
Seit Sommer 2019 malt Beresin mit Öl direkt auf alte Modemagazine – zu dieser Werkgruppe gehört auch das Original mit dem Titel „Feminist since I didn’t even heard about it“, das Beresin speziell für den Internationalen Frauentag gemalt hat. Der Energie der Frau, die – mit einer Axt bewaffnet – eine Luftgitarre imitiert, kann man sich kaum entziehen. Je nach Sichtweise sind die Figuren im Bilderrahmen hinter ihr Schützlinge oder Publikum. Unserer Aufmerksamkeit kann sich Éva Beresin sicher sein. Um unbeteiligt wegzusehen, ist die Sogwirkung ihrer Werke viel zu groß.
Éva Beresin, Feminist since I didn`t even heard about it
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Victor Vasarely
Sein malerisches Schlachtfeld war die geometrische Abstraktion. Und ihr fügte Victor Vasarely durch raffinierte Raumsuggestionen eine entscheidende Komponente hinzu: den optischen Effekt. Deshalb gilt der in Ungarn geborene Künstler (1908‒1997) als Vater der sogenannten Op-Art. Diese fordert uns mit wahrnehmungspsychologischen Wirkungen von Bildmustern heraus, löst Bewegungs- oder Flimmereffekte auf der Netzhaut aus. In die Kunst Vasarelys flossen auch seine Erfahrungen als Grafiker ein. Für die Olympiade in München 1972 entwarf er das offizielle spiralenförmige Logo. Und auch die Raute von Renault entstammt seinem Zeichenblock. Von 1955 bis 1968 waren seine Arbeiten regelmäßig auf der Kasseler Documenta zu sehen. Vasarely gründete im Jahr 1976 die Fondation Vasarely in Aix-en-Provence. In seiner Geburtsstadt Pécs eröffnete 1976 das Vasarely-Museum. Ein weiteres folgte 1987 in Budapest.
Victor Vasarely, YKA
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Lars-Gunnar Nordström
Lars-Gunnar Nordström war ein finnischer Maler, Grafikdesigner, Bildhauer und Jazzliebhaber. 1924 geboren, arbeitete er über Jahrzehnte an seinem künstlerischen Werk, bevor er 2014 im hohen Alter von 90 Jahren starb. Als Pionier der Konkreten Kunst in Finnland schuf Nordström ein Œuvre aus streng komponierten Formen und Farben. Musik war dabei eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen.
Lars-Gunnar Nordström, Composition
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Peter Nürnberg
Es ist ein musikhistorischer Moment, als Maria Callas im Mai 1959 ihr erstes Solokonzert überhaupt in Deutschland in der Hamburger Musikhalle singt. Fünf Arien sind sie an diesem Abend. Das visuell vielleicht eindrücklichste Foto rund um dieses Ereignis gelingt damals Peter Nürnberg. Die Star-Sopranistin auf dem Weg zum Konzert: gehüllt in einen Pelz, selbstbewusst der Blick. Die Mütze des Pagen vom Hotel Atlantic im Hintergrund verrät den Ort. Ein Polizist schirmt die damals 35-Jährige international gefeierte Diva von ihren Fans ab.

Ob Sophia Loren, Marlene Dietrich, Hildegard Knef oder eben Maria Callas – Peter Nürnberg fotografierte mitten unter den Stars. Die Liste der international gefeierten Künstlerinnen und Künstler, die er vor die Kamera bekam, ist lang. Sie waren die Helden seiner Kindheit, die Kamera verschaffte ihm Zugang zu ihrer Welt. Peter Nürnberg verstarb 2015 in Hamburg.
Peter Nürnberg, Maria Callas (1959)
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A.R. Penck
„Seine berühmten Strichmännchen sind keine Markenzeichen zum Zwecke der schnellen Wiedererkennbarkeit, sondern archaische Symbole des Aufeinanderzugehens.“ Das schrieb die „taz“ 2017 in ihrem Nachruf auf A. R. Penck. Und die „Süddeutsche Zeitung“ stellte anlässlich seines Todes klar, „dass ‚Strichmännchen‘ womöglich eine schablonenhafte Vereinfachung des Lebensprojektes eines Ausnahme-Künstlers war“. Penck entwickelte sein Zeichensystem unter repressiven Bedingungen, fand notgedrungen zu einem hohen Grad an Abstraktion – und blieb seiner Bildsprache auch später treu. „So viel Anfang war nie“, lautet der feierlich-ironische Titel der 1990 entstandenen handsignierten Serigrafie. Wer zeigt da mit dem Pfeil (oder ist es ein Speer?) auf wen? Und ist es jetzt Zeit, sein Kreuzchen zu setzen? Ist sogar die Farbwahl politisch gemeint? Letzteres ist dem Freigeist Penck wohl nicht zuzutrauen.
A.R. Penck, So viel Anfang war nie
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Bianca Kennedy
Bianca Kennedy, 1989 in Leipzig geboren, hat an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert. In ihren Videos und Stop-Motion-Filmen setzt sie sich mit den (Un-)Tiefen der menschlichen Psyche und den Grenzen dessen, was als erträglich empfunden wird, auseinander. In raumgreifenden Installationen hangelt sie sich am menschlichen Körper entlang, um seine Zukunft in einer technologisierten Welt auszuloten. Zusammen mit The Swan Collective erarbeitet sie Filme und VR-Installationen. Sie ist eine der wenigen Künstler*innen, die VR-Technologien regelmäßig nutzen und damit ganz neue Zugänge zur Kunst schaffen. Gemeinsam mit Janine Mackenroth hat Kennedy den Sammelband „I Love Women in Art“ herausgegeben, der im letzten Jahr zum 100-jährigen Jubiläum der Zulassung von Frauen an Kunsthochschulen erschienen ist.
Bianca Kennedy, Serie
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Günter Fruhtrunk
Der Münchener Günter Fruhtrunk, geboren 1923, gestorben 1982, war Maler und Grafiker. Er ist ein wichtiger Vertreter der Nachkriegskunst im Bereich der konstruktiven Malerei. Sein Thema galt der Abstraktion. 1951 machte Fruhtrunk eine Reise nach Paris und arbeitete im Atelier von Fernand Léger. Im Jahr 1955 arbeitete er im Atelier von Hans Arp. Fruhtrunk nahm an der 4. Documenta in Kassel und an der 34. Biennale in Venedig teil. Von 1967 bis zu seinem Tod war er Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Sein bekanntestes Werk: Das 1970 gestaltete Design auf der Plastik-Tüte des Supermarkt-Discounters Aldi-Nord, vermutlich gibt es keine weitere Edition weltweit, die so häufig so günstig verkauft wurde. Erst im letzten Jahr wurde die Produktion der Fruhtrunk-Plastik-Tüte eingestellt.
Günter Fruhtrunk, Blaue Partikel
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Annika Kahrs
Die Konzeptkünstlerin Annika Kahrs hat mit ihren eigenwilligen Fragestellungen schon früh die Kunstwelt auf sich aufmerksam gemacht. Mal lässt sie, wie in ihrem Werk „Lines“, Seemänner die eigenen Wohnungen beschreiben, ein anderes Mal in einer Performance einen Pianisten Franz Liszts „Vogelpredigt“ vor Vögeln spielen oder auch ausgewählte Personen den Nachthimmel fotografieren – und bewegt sich damit im Spannungsfeld zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Poesie entsteht und wird kurz darauf vielleicht doch als Fantasie entlarvt. Kahrs generiert intime Momente, auch dadurch, dass sie andere Personen in ihre künstlerische Arbeit mit einbezieht. „Mir gefällt es sehr, ein künstlerisches Konzept zu entwickeln und ab einem bestimmten Punkt Dinge, Handlungen, Reaktionen und Entscheidungen anderen zu überlassen und zu sehen, was dann passiert“, sagt die Künstlerin. „So können schnell interessante Situationen und somit auch Fragestellungen entstehen.“
Annika Kahrs, Nima’s sunset
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Josh Klassman
Josh Klassman ist Insider, Surfer, Skater ‒ und Fotograf. Er wuchs in Venice, dem westlichen Stadtteil von Los Angeles, auf. Der Venice Pavilion war ab den 70er Jahren nicht nur legendärer Skatepark, sondern auch ein gefährliches Pflaster mit täglichen Gang-Shootings. Hier verbrachte Klassman seine Jugend und dokumentierte mit seiner Nikon FM2 die Skate- und Surfszene der 1980er und 1990er Jahre. „My photos are an insider’s perspective, I was a part of all you see, it was my everyday life.“ Klassmans Fotoarchiv aus analogen Schwarz-Weiß-Bildern versammelt heute wertvolle Momentaufnahmen. Sie dokumentieren eine Zeit, in der aus Pionieren der Skateszene wie beispielsweise Jay Adams die ersten Profiskater wurden.
Josh Klassman, Jay Adams (RIP) Venice Hat, 1988
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Sigmar Polke
Christo verpackte den VW Käfer in den 1960-Jahren in Stoff, der Ironiker Sigmar Polke setzte ihm 2002 in seinem Siebdruck „Kardinäle“ eine Wollmütze auf. Just in diesem Jahr wurde das bis dahin mit 21 Millionen Exemplaren meistverkaufte Auto der Welt vom VW Golf abgelöst. Polkes Käfer steht am Beginn eines abschüssigen Weges, dessen Struktur an die Oberfläche eines Autoreifens erinnert, und um ihn herum ist einiges in Bewegung – was genau, bleibt wie so häufig bei Polke offen.
Der Weggefährte Gerhard Richters wurde früh als deutsche Antwort auf die Pop-Art und deren Vertreter Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein und Andy Warhol gefeiert. Auch Letzterer bildete den VW Käfer, „the famous car“, ab, und zwar gleich mehrfach. Den Suppendosen Warhols setzte Polke deutsche Würstchen und die Ästhetik der „Bäckerblume“ entgegen und dessen Konzept der Serie die Malerei, die zu dieser Zeit gemeinhin für tot galt. Das musste den Anti-Ideologen Polke reizen, der von sich selbst behauptete: „Ich bin ja Anarchist.“
Sigmar Polke, Kardinäle
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Antje Engelmann
Speziell und exklusiv für artflash hat Antje Engelmann, Wahl-Berlinerin, mehrfache Kunstpreisträgerin und Filmemacherin, diese Edition mit Unikatcharakter geschaffen. Die ehemalige Meisterschülerin von Lothar Baumgarten hat ein tiefes, ethnologisches Gespür für die ungewöhnlichen Sujets, die sie in Form von Videos, Dokumentarfilmen oder Collagen vor dem Vergessen bewahrt.
Und so lenkt auch diese Edition, in der keine Arbeit identisch mit einer anderen ist, unseren Blick auf das kaum Sichtbare, wenn die Künstlerin einen alten DEFA-Lehrfilm zur Entwicklung der DNA so zerschneidet und arrangiert, dass das Filmmaterial selbst zum Kunstobjekt wird und wunderschöne, ornamentale Sequenzen eine neue Bedeutung erfahren. Als wollte Engelmann die Zeit anhalten, wird das Lehrmaterial damit zum Filmstill, und für den Moment des Betrachtens bleibt tatsächlich die Zeit stehen …
Antje Engelmann, 2013_16mm_DEFA: Replikation-der-DNS_KF96_Teil3_Genetik_Rolle1
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Jannis Kounellis
Jannis Kounellis zählt zu den prägendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Der 1936 in Griechenland geborene Künstler wählte Italien zu seiner Heimat. Als er 1969 zwölf lebende Pferde in einem Galerieraum in Rom anband, gelang ihm eine Revolution: Kounellis brach nicht nur mit dem sterilen Ambiente einer Galerieshow, er ersetzte auch das klassische Tafelbild. Statt eines gerahmten Gemäldes nagelte er ein Leinentuch an die Wand, hing Eisenplatten davor, klemmte Mäntel dazwischen und befestigte Kohlebrocken an der Decke.
Jannis Kounellis, Senza Titolo
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Raymond Pettibon
For some, he is "one of the most powerful chroniclers of the American Dream", for others, the illustrator of American punk rock - who designed album covers for bands like "Black Flag" and " Sonic Youth" - is legendary. The artist in question is Californian Raymond Pettibon (born 1957). In the early 1980s, Pettibon began to publish his ink drawings, which often combine socially critical texts with images. The punk fans became art collectors and Pettibon became one of the most sought after contemporary artists to date.
Raymond Pettibon, One more line