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Werner Reuber
Er war Meisterschüler bei Gerhard Richter und 1976 Gründungsmitglied der ersten Düsseldorfer Produzentengalerie: Werner Reuber (geb. 1947). Der Künstler ist neben der Malerei, Druckgrafik (Holzschnitt) und Zeichnung auch in den Feldern der Keramik und Fotografie sowie des Films tätig. Seit 1982 ist Reuber Teil der Künstler*innengruppe „Die Langheimer“. Ironie und Komik zeichnen sein eigenes Werk und das der „Langheimer“ aus. Auf diese Weise nähert er sich immer wieder neu dem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen Mann und Frau. Reuber, der in Düsseldorf lebt und arbeitet, ist in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten.
Werner Reuber, Mann mit Mohnblume & Frau mit Kornblume
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Lotte van Lieshout
Lotte van Lieshout malt. Mit Öl. Auf Leinwänden, Holz, Keramik oder auch Verpackungsmaterial – sie ist immer auf der Suche nach neuen Oberflächen. Und sie malt figurativ, mit lockerem Pinselstrich. Mal stehen Tiere im Mittelpunkt wie der Hund in „Nipper‟ oder das Wildtier in „Land in zicht‟, mal Frauen wie in „Ster“ (dt. „Star“) oder „Anne & Lotte‟. Die Atmosphäre ist dicht in diesen Bildern, das Farbspiel erstaunlich, intensiv bis halluzinatorisch. Van Lieshout porträtiert sich häufiger selbst, und doch sind Alltagsmomente nur der Ausgangspunkt für ihre ganz eigene Mythologie. „My paintings are not so much about imagining an inner world, but about revealing inexplicable phenomena that are intensely experienced by myself or others‟, sagt die Künstlerin. Als eine „Archäologin der Seele“ wurde sie einmal beschrieben. Das Subtile, Ambigue und Unbegreifliche findet hier seinen Ausdruck. Wie, wenn nicht so, ließe sich in zeitgenössischer Malerei unserer komplexen und krisengeschüttelten Gegenwart habhaft werden?
Lotte van Lieshout , Anne & Lotte
Out of stock
Martin Noël
„Martin war ein großer Seher“, so beschreibt die Witwe des Malers, Zeichners und Grafikers Martin Noël den Ausgangspunkt seiner Kunst. Risse im Asphalt inspirierten ihn zu ganzen Werkserien – jene, die durch die Zerstörung des World Trade Center entstanden waren, mündeten in seine „New York Lines“. Es konnten aber auch Körperformen, Blätter oder Details in einem Kunstwerk sein, die er für sich bearbeitete, veränderte, neu komponierte. Die filigranen Linien auf blass getünchtem Karton der 1999 in New York entstandenen Bleistiftzeichnung lassen diesen sensiblen Entstehungsprozess erkennen. Eine Intimität wird spürbar, doch das schließt uns als Betrachter nicht aus – sie überträgt sich vielmehr.
Martin Noël, New York
On inquiry
Dorothy Iannone
Weibliche Sexualität, freie Liebe: Dorothy Iannone musste sich mit ihrer Kunst der Kompromisslosigkeit seit den Anfängen ihrer Karriere in den 1960er Jahren immer wieder gegen Zensurversuche behaupten – wie 1969 in einer von Harald Szeemann organisierten Ausstellung in der Kunsthalle Bern. 1976 ging die 1933 in Boston, Massachusetts, geborene Künstlerin mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin, wo sie bis heute lebt. Einzigartig, freizügig, subjektiv, autobiografisch, mystisch und radikal ist ihr Werk, für das sich Sammler*innen aus aller Welt interessieren. Auf institutioneller Ebene erfuhren Iannones Arbeiten dagegen erst spät Beachtung. So widmete ihr die Berlinische Galerie erst 2014 anlässlich ihres 80. Geburtstages eine längst überfällige umfangreiche Retrospektive.
Dorothy Iannone, Unforgettable
Available
Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
Available
Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
Available
Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
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Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
Available
John Baldessari
In der Edition „Picture in a Frame“ hat John Baldessari gleich zwei Zitate versteckt. Er bezieht sich mit dem Werk auf den gleichnamigen Song des US-amerikanischen Singer-Songwriters Tom Waits und liefert damit quasi den Soundtrack zur Betrachtung des Werks. Der Titel hält erst einmal nüchtern fest, was wir vor uns haben: ein Bild in einem Rahmen. „I love you baby and I always will / Ever since I put your picture in a frame“, heißt es dagegen hochromantisch bei Waits. Verpackt Baldessari hier also eine Liebeserklärung an die Malerei? Der Künstler zeigt uns ein – gespiegeltes – Detail aus Gustave Courbets Gemälde „L’Hallali du cerf“, in dem der französische Maler 1867 auf großer Leinwand den Tod eines Rothirschs während einer Parforcejagd festhielt. Vielleicht lässt sich Baldessaris zeitgenössische Antwort darauf als Reset-Taste interpretieren, das vermeintlich überkommene Genre ausgerechnet anhand von zum Klischee geronnenen Hirsch- und Jagddarstellungen noch einmal neu und vorurteilsfrei zu betrachten.
John Baldessari, Picture in a Frame
Available
Geneviève Claisse
Die Französin Geneviève Claisse (*1935) starb in 2018 im Alter von 83 Jahren. Sie war die Grande Dame der geometrischen Abstraktion. Claisse studierte an der École des Beaux-Arts in Paris. Ihre erste Ausstellung hatte sie 1960, in der Folge wurde ihr Œuvre weltweit in Museen und Galerien gezeigt. Herausragend ist die Stabilität im Schaffen der Malerin, auf ihr Werk ist Verlass. Stets herrscht ein Ungleichgewicht der Formen, die auf einen makellosen Farbauftrag treffen. Bei Claisse wird die Farbfläche lebendig, die Künstlerin war immer auf der Suche nach Bewegung. Insbesondere kommt diese Suche in ihren dreidimensionalen Arbeiten zum Ausdruck.
Geneviève Claisse, Composition géometrique
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Antje Engelmann
Antje Engelmann, geboren 1980 in Ulm, und ehemalige Meisterschülerin von Lothar Baumgarten an der Universität der Künste, stellt sich in ihrem Werk der Erinnerung und der Familie – etwa, wenn sie in dem Film „Renate“ ihre Tante, eine Prostituierte, bei dem Besuch ihrer alten Wirkungsstätten bis nach Hamburg-St. Pauli begleitet.„Renate brachte das Leben in unsere Familie“, erzählt Engelmann und erreicht mit der Veröffentlichung des Films eine Neubewertung der Engelmann’schen Geschichtsschreibung.. Sie ist Lehrbeauftragte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, der Hochschule für Künste Bremen und der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
Antje Engelmann, Passages
Available
Rosemarie Trockel
„Die Ironie kommt immer zum Einsatz, wenn ich bissig werden muss. Das ist ein Laster, das mich davor schützt, zynisch zu werden.“ Das sagte Rosemarie Trockel 1987 in einem Interview. In ihrer signierten und nummerierten Edition „The Steinem Look“ aus dem Jahr 2011 ist dies ganz offensichtlich der Fall. Denn dass die feministische Ikone Gloria Steinem hier auf ihren „Look“ reduziert wird, wird ihrer Rolle natürlich in keinster Weise gerecht – und wirft doch ein Schlaglicht auf die Wahrnehmung von Frauen in der Öffentlichkeit, die bis heute mehr Kontinuitäten als Brüche erlebt. Steinem gründete 1971 mit „MS“ die erste feministische Zeitschrift und wurde zur Mitbegründerin der modernen Frauenbewegung in den USA. Rosemarie Trockels künstlerische Karriere begann in den 1980er Jahren, in denen politisch Konservative dazu aufriefen, sich auf „traditionelle“ Familienwerte zu besinnen. Ihre Werke waren damals auch Teil der berühmt gewordenen Gruppenausstellung „Eau de Cologne“, in der die Galerie Sprüth Magers ausschließlich Künstlerinnen zeigte – in der fand 1983 auch die erste Einzelausstellung Trockels statt. Nur fünf Jahre später waren Rosemarie Trockels Arbeiten dann im New Yorker MoMA zu sehen.
Rosemarie Trockel, The Steinem Look
Out of stock
Louise de Buck
„Privacy“ heißt die Serie von Ölmalereien der Künstlerin Louise de Buck. Und tatsächlich tauchen wir in ihren Werken ein in eine intime Atmosphäre. „L´intimité” trägt genau diese schon im Titel. Auch „L`apaisement“ erzählt davon. Frauen spielen die Hauptrolle in de Bucks Arbeiten – selbst wenn nur Details wie die Füße in „Le quotidien” ins Bild gerückt sind. Der Blick auf den weiblichen Körper, die ihm zugeschriebene Femininität, aber auch Selbstermächtigung spiegeln sich darin. „My universe is beyond colourful, disturbing, sometimes aggressive yet filled with softness“, sagt die Künstlerin, eine Ambivalenz, die sich auch in ihrem Werk „Party`s over” zeigt. „For me the artist has the role of being able to convey emotion and messages without any censorship.“ Keinesfalls gefällig, ausdrucksstark sind ihre Frauenfiguren und den farbkräftigen Settings ist Louise de Bucks Faible für horror und mystery in Filmen der 80er und 90er Jahre von B-Movies bis hin zu David Lynch anzusehen. Vielleicht erinnern sie auch deshalb an Stills, die nicht nur auf den Moment, sondern auf eine ganze Geschichte verweisen – in der Realität und Fiktion spannungsreich verwoben sind.
Louise de Buck, L’ intimité from the series “Privacy”
Available
Tatjana Doll
Der Malerei traut Tatjana Doll einiges zu. „Wenn ich einen Ferrari male, dann sollte es so sein, als öffnete ich eine große Lackdose und er würde zu einem Auto schon in dem Moment, in dem ich den Lack auf die Leinwand gieße, nicht durch Ingenieurskenntnisse, sondern einfach durch das Material und die Farbe“, sagt die Künstlerin. Die Grenze zwischen Abbild und Wirklichkeit zieht sie nicht entlang der materiellen Realität. Oft übersteigt die Größe der Alltagsgegenstände in ihrer Kunst die ‚wahren‘ Maße bei Weitem. Genauso wie die Symbolkraft eines Ferraris seine Funktion als Rennwagen und Automobil bei Weitem übertrifft. „Ich wollte malen, was da ist“, erklärt Doll und holt auf diese Weise eine Welt in die Kunst, die uns alle umgibt. Bei Doll ist der Schaffensprozess als ein Akt der subjektiven Aneignung zu verstehen, der Gegenstand an sich tritt hinter das Bild zurück. Möglich also, dass wir in dem LKW-Rücklicht plötzlich nur noch einen gelben Lackfleck sehen – und fernab vorgegebener Denkmuster auf produktivste Art und Weise auf uns selbst zurückgeworfen sind.
Tatjana Doll, Nr. 139, Hummer Frontal
Available
Katharina Arndt
In ihren Papierarbeiten mit Marker und Acryl fängt die Künstlerin Katharina Arndt mit Ironie und Witz unsere Gegenwart ein. „Ich würde meine Motive als 21. Jahrhundert beschreiben“, sagt sie. Wir sehen Frauen in knappen Jogging-Outfits und mit extrem großen Sonnenbrillen, tätowierte Unterarme mit dem Sehnsuchtsmotiv Sonne plus Palme und Möwen – und sehnen uns zurück in eine Zeit, in der ein Kurztrip an unseren Lieblingsstrand ohne Weiteres möglich war. Mit welcher Leichtigkeit die 1981 geborene Wahlberlinerin ein weit verbreitetes Lebensgefühl und seine Abgründe aufs Papier bringt, zeugt von großer künstlerischer Intuition.
Katharina Arndt, Shopping again at last (Sketch)
Out of stock
Peter Fischli / David Weiss
Das „Haus“ von Fischli/Weiss ist weltberühmt: die Nachbildung eines unscheinbaren, modernistischen Gewerbegebäudes im Maßstab 1:5. Es gilt als ein Hauptwerk der Künstler. Auch hiermit huldigen sie dem Alltäglichen. Ursprünglich entworfen für die „Skulptur Projekte Münster“-Ausstellung im Jahr 1987 – platziert abseits touristischer Pfade neben einer Würstchenbude –, danach in einer wetterfesten Version nachgebaut aus Aluminium und mit einem Farbanstrich versehen. Es sollte ein biederes, Gewöhnlichkeit ausstrahlendes Haus „mittelständiger Macht und Prachtentfaltung“ sein, wie es Fischli/Weiss im Projektantrag formulierten. Die gleichnamig betitelte handgeklebte Collage zeigt die Installation vor dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York. Genau dort stand das „Haus“ tatsächlich anlässlich der Fischli/Weiss-Retrospektive im Jahr 2016 – im bestmöglichen Gegensatz zur ikonischen Architektur von Frank Lloyd Wright. „Mich interessiert die Frage nach der Illusion des Echten, Authentischen und der Aufrichtigkeit des Nachgemachten, Un-Authentischen“, sagte Peter Fischli einmal. Zu groß für ein Modell und zu klein für ein Gebäude – näher dran am echten Leben geht wohl kaum.
Peter Fischli / David Weiss, Haus
Out of stock
Georg Karl Pfahler
Er schaffte es aus dem kleinen Dorf Emetzheim in Bayern in die Riege der angesagtesten Künstler*innen der Kunstmetropolen – und das bereits in den 1960er Jahren. Dazu gehören neben Talent vor allem auch unbändige Neugierde, Wille und Kraft. Dass Georg Karl Pfahler (1926‒2002) Malerei bei niemand Geringerem als Willi Baumeister, einem herausragenden deutschen Vertreter der Moderne, in Stuttgart studierte, war also nicht vorhersehbar. Nach ersten Keramikarbeiten griff er zum Pinsel und widmete sich zunächst dem Informel, bevor er sich konkreten Formen zuwandte und schließlich mit seinen freihändig und scharf konturierten, blockhaften Farbflächen in leuchtenden Signalfarben zum international bekannten Hard-Edge-Künstler avancierte. Werke von Pfahler sind u.a. in den Sammlungen des MoMA in New York, des Städel Museums in Frankfurt am Main und der Neuen Nationalgalerie in Berlin vertreten.
Georg Karl Pfahler, Ohne Titel (WVZ Grüne Variante)
Out of stock
Sarah Morris
Sarah Morris, born in the US in 1967, is considered among the world’s most successful contemporary artists. She became well known as a result of her abstract paintings, whose geometric structures mirror skyscraper facades and question the architecture of modern metropoles. Urban landscapes and constructions are also the subjects of her films, in which she paints portraits of cities such as Washington, Las Vegas, New York or Los Angeles. Morris’ passing looks at events that determine a big city has been highly praised: “Capital (Washington D.C.)”, for example, shows the hustle and bustle around the White House during the last days of the Clinton Administration, whilst in “Los Angeles”, Morris observes Hollywood stars like Warren Beatty amid preparations for the Academy Awards.
Sarah Morris, Sony (Los Angeles)
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Hanne Darboven
Schon morgens um vier Uhr saß Hanne Darboven in ihrer Schreibstube, um erst am Mittag den Griffel aus der Hand zu legen. Für die Künstlerin war das Leben eine von Stundenplänen geregelte „Hausaufgabe“, unter die man abends ein Häkchen setzt. Aus dieser Disziplin entstand ein anspruchsvolles Werk, das man näherungsweise als künstlerisches Schreibwerk, als bildende Kunst und als minimalistische musikalische Kompositionsarbeit bezeichnen könnte.

2006 zeigte Darboven im Museum Deutsche Guggenheim Berlin unter dem Titel „Hommage à Picasso“ 9720 handbeschriebene Blätter, die vom Boden bis zur Decke den ganzen Raum füllten. Der berühmte spanische Kollege steht für Darbovens Suche nach archetypischen Persönlichkeiten, die in ihrem strategischen Vorgehen und mit ihrer Erfindungsgabe bei der Wiederholung immer gleicher Themen vergleichbar agiert haben wie die deutsche Künstlerin.

Im Rahmen der Berliner Ausstellung schuf Darboven die auf 60 Exemplare limitierte und signierte Edition „Gregorianischer Kalender“, eine für sie typische und zugleich eigenwillige Arbeit, deren letzte Exemplare nun bei artflash erhältlich sind!
Hanne Darboven, Gregorianischer Kalender
Available
Wolfgang Tillmans
1998 zeigte Tillmans erstmals „nicht mit der Kamera gemachte Bilder“. Hierzu hat er entweder unbelichtetes Fotopapier oder solches, das vorher unterschiedlich farbigen Lichtquellen ausgesetzt war, durch die Entwicklungsmaschine geführt, wobei diese noch Spuren von Chemikalien oder Wasser enthielt. Indem das Papier diesen Vorgang durchläuft, kommt es zu Schlieren, Kratzern, Druckstellen oder anderen unvorhergesehenen Veränderungen. Auch für Fotografie von 2005, die Vorlage für den signierten Offsetprint mit dem Titel „It´s Only Love, Give It Away“ war, nutzt Tillmans dieses experimentelle Vorgehen. Das Ergebnis ist eine verblüffend körperliche, farbintensive und zugleich zarte Fotografie, deren letzte Exemplare wir heute auf artflash präsentieren.
Wolfgang Tillmans, It´s Only Love – Give It Away
Out of stock
Brigitte Waldach
Wenn ich lese, sehe ich Bilder, und wenn ich zeichne, sehe ich Texte. Ich kann keinen Bereich ohne den anderen denken“, so hat Brigitte Waldach ihr künstlerisches Arbeiten einmal erläutert. Sie war Meisterschülerin bei Georg Baselitz an der Hochschule für Künste in Berlin, zuvor studierte sie Germanistik. Die Schrift ist wichtiger Bestandteil ihrer oft großformatigen Zeichnungen und Rauminstallationen, in denen sie Inhalte und Bezüge auch mithilfe sogenannter Verspannungen – meterlanger flexibler Gummibänder – ins Dreidimensionale übersetzt. Nicht alles ist lesbar, vieles überlagert sich, die Bedeutungsebene reicht über den konkreten Inhalt hinaus. Lichtspiele und Wortklänge erweitern die Raum- und Sinneserfahrung. Bei Waldach verdichtet sich Schrift zu Wolken, türmen sich Texte zu Gebirgen auf, werden Kompositionen dreidimensional begehbar. Komplexität wird hier zu einem außergewöhnlichen Kunstereignis. Waldachs Werke sind häufig ortsspezifisch und in Museen, Galerien und auf Messen zu sehen. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, u.a. in der Albertina in Wien, der Fondation Francés bei Paris, der Berlinischen Galerie sowie dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin.
Brigitte Waldach, Reform
Available
Louisa Clement
Wie schon in ihrer Werkserie „heads“ zeigt die Edition „o.T.“ aus dem Jahr 2019 eine von Louisa Clement durch Glas fotografierte Schaufensterpuppe – aufgenommen mit dem Smartphone mit geringer Tiefenschärfe. In dieser Arbeit konzentriert sich die Künstlerin jedoch auf die Gliedmaßen. Trotz der unverkennbaren Künstlichkeit des Körpers lässt sich der herabhängenden Hand eine gewisse Zärtlichkeit zuschreiben. Verstärkt durch die körnigen Oberflächen und die Lichtreflexe wirken die Puppenglieder hier fast sinnlich-körperlich, zudem nähert sich die Fotografie dadurch visuell der Malerei an. Wo endet die reale, wo beginnt die virtuelle Welt? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es heute nicht mehr. Die künstlerischen Versuchsanordnungen von Clement spielen mit der künstlich hergestellten, vermeintlich idealen Oberfläche, die den Druck auf die so gar nicht makellosen Individuen erhöht. Gleichzeitig scheint auf, was den idealen Abziehbildern fehlt: Sie sind unheimlich perfekt, in aller Doppeldeutigkeit.
Louisa Clement, Ohne Titel
Available
Gfeller + Hellsgård
Angefangen haben Anna Hellsgård und Christian „Meeloo“ Gfeller alias Gfeller & Hellsgard mit Postern und Zines im Umfeld der Noise- und Punkszene in Straßburg. Später entwarfen sie auch Cover und Plakate für namhafte Musiker*innen wie Sonic Youth, Pj Harvey, Nick Cave oder Animal Collective. Künstler*innenbücher, Editionen und ein eigener Art Space in Berlin kamen hinzu. Doch je ausgefeilter ihr Handwerk wurde, umso mehr wuchs ihr Interesse an den vermeintlichen Fehlern im Druckprozess, an dem „Unperfekten“. Seit 2011 konzentrieren sich Gfeller & Hellsgård in erster Linie auf ihre freie, nicht-figurative, experimentelle Kunst. Damit sind sie in den renommiertesten Sammlungen wie der Staatsbibliothek Berlin, dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe oder dem Metropolitan Museum of Art sowie dem MoMA in New York vertreten.
Gfeller + Hellsgård, Untitled 117
Available
Candida Höfer
Das titelgebende Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg (heute: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg) ist Schauplatz für die beiden Editionen von Candida Höfer aus dem Jahr 1988. Kulturelle Einrichtungen – neben Museen auch Bibliotheken oder Nationalarchive – zählen immer wieder zu ihren Fotomotiven. Die Künstlerin verschafft uns ungeahnte Einblicke in Arbeitsräume und hinter die Kulissen. Ihres musealen Präsentationskontextes beraubt, schärfen die von Höfer als ‚nackte‘ Exponate eingefangenen Ausstellungsstücke unseren Blick für die Wirklichkeit und eröffnen ganz neue Fragestellungen in Bezug auf die Institution Museum und ihre Sammlungen. Wen interessiert sie nicht, die Geschichte hinter der Geschichte? Zumal in einer Zeit, in der Provenienzen von künstlerischen und kulturellen Objekten grundsätzlicher als je zuvor auf dem Prüfstand stehen.
Candida Höfer, Museum für Naturkunde u. Vorgeschichte Oldenburg XIV
Available
Lucie Bennett
Die Frau und der weibliche Körper ziehen sich als Motiv durch das gesamte Werk von Lucie Bennett. „I started getting serious about drawing aged three“, sagt die britische Künstlerin. „Even then my preferred subject was women. I drew women in elaborate outfits spending lots of time on the pattern and design.“ Waren es am Anfang ihrer Künstlerinnenkarriere Uniform tragende Frauen in selbstbewussten Pin-up-Posen, unterzog Bennett ihre Darstellungen mit der Zeit einer immer stärkeren Reduktion.
Auch der Siebdruck aus dem Jahr 2018 mit dem verlockenden Titel „Honey Island” kommt mit wenigen Linien aus. Und doch: Der sichere, grafisch anmutende Pinselstrich, die mit zartem Schwung angedeutete Wirbelsäule oder die an Pop und die 1980er erinnernde Farbwahl – die Werke haben einen hohen Wiedererkennungswert und verkörpern eine bestimmte, ganz eigene Haltung: den Lucie-Bennett-Style. Ihre Porträts wirken so cool und schwerelos, wie sich Weiblichkeit anfühlen sollte. Dazu selbstbestimmt. Intim, aber nicht ausgestellt. Es ist ein Balanceakt, den Bennett meistert, und zwar mit großer Sensibilität.
Lucie Bennett, Honey Island
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Arthur Elgort
„I love...“ ist der Titel dieser großartigen Collector´s Edition, eine über 200 Seiten starke Liebeserklärung des US-amerikanischen Modefotografen Arthur Elgorts an die Frau – an ihre Schönheit, Weiblichkeit, Ausstrahlung und Stärke!
Zu der Publikation gehört die auf 30 Stück limitierte Foto-Edition von Elgort, die das Supermodel Gia Ciangari in einem ungewöhnlichen Moment portraitiert: barbusig und mit Lockenwicklern in den Haaren. Entstanden ist das Foto 1980 auf Fire Island. Die damals 20-jährige Gia war zu der Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, im selben Jahr zierte sie das Cover der amerikanischen Vogue.
Elgort gewährt uns mit dem Foto einen sehr intimen Einblick in das Leben eines Supermodels, das 1986 tragisch endete. Gia Ciangari starb 1986 an einer Überdosis Heroin.
Arthur Elgort, I love ... 'Gia Carangi', Fire Island, 1980
On inquiry
Gfeller + Hellsgård
Kreise überlagern sich. Sie wecken Assoziationen an Planeten wie die Erde, an Himmelskörper wie die Sonne oder den Mond. Es herrscht Bewegung. Dunkelschwarze und leuchtende Farben erzeugen emotionale Wucht. Wir sind involviert in das, was wir sehen, auch wenn Gfeller & Hellsgård in ihrer Siebdruck-Unikatserie „Stalker“ keine ersichtliche Erzählung mitliefern. Vor allem die Farben katapultieren uns ins Jetzt. Neonfarbiges taucht immer wieder auf in dem vor Einfallsreichtum nur so strotzenden Gesamtwerk des schwedisch-französischen Künstler*innenduos. Stets aufs Neue werden die Grenzen des virtuos beherrschten kreativen Druckprozesses überdacht, dekonstruiert und verschoben.
Gfeller + Hellsgård, Stalker (21)
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Gunilla Jähnichen
Beinahe wäre die mysteriöse Figurenwelt von Gunilla Jähnichen (*1972 in Stade) für immer in der Versenkung verschwunden. Während ihres Kunststudiums in den 1990ern war gegenständliche Malerei totgesagt. Es war eine Zeit des Umbruchs. Damien Hirst hatte gerade seine Nominierung für den Turner Prize eingeheimst, und die Young British Artists standen kurz davor, den Kunstmarkt aufzumischen. Ausgerechnet Stanley Brouwn, ein Urvater der Konzeptkunst, unterstützte Gunilla Jähnichen in ihrem figurativen Ansatz. Brouwn leitete ihre Meisterklasse an der Kunsthochschule Hamburg. Ihm ist es zu verdanken, dass die junge Halbschwedin ihre Figuren nicht länger heimlich malen musste: „Er fand meine Arbeit authentisch“, sagt sie im Rückblick.
Gunilla Jähnichen, Zusammen
Available
John Cage
Der „Mozart Mix“ von John Cage ist das wahrscheinlich erste Sound-Multiple überhaupt. Herausgeber René Block arbeitete damals eng mit dem Künstler zusammen. „Nach der Klanginstallation ‚33 ½‘ von 1982 existierte der Wunsch nach einem Multiple, das Cages Idee von Klang repräsentieren könnte.“ Bei „33 1/3“ wurde aus einem Konzertstück eine Installation, in der das Publikum aus 100 Schallplatten an 12 Plattenspielern eine Klangmischung erschaffen konnte. „1991 – zum Mozartjahr – entstand dann ‚Mozart Mix‘“, so Block. Eine Klanginstallation in einem Holzkasten, hergestellt in einer Auflage von 35 Exemplaren, Mozarts Lebensjahren entsprechend. 25 Endloskassetten unterschiedlicher Länge enthalten verschiedene Mozart-Stücke, jeweils fünf werden gleichzeitig abgespielt – ein neuer Soundmix entsteht.
John Cage, Mozart Mix
Available
Michael Thompson
Ups! Was macht Sean Combs auf diesem Foto? Er ist nicht allein. Doch die Dame an seiner Seite ist reduziert auf einen Körperausschnitt und deshalb nicht zu erkennen. Der Titel verrät indes, dass es sich um ein bekanntes Model handelt: „Sean Combs, Emma Heming, Malibu“ (2001).
Der Fotograf Michael Thompson hat den berühmten US-amerikanischen Rapper und Musikproduzenten Sean Combs, besser bekannt unter den Pseudonymen Diddy, P. Diddy oder Puff Daddy, zu Beginn der 2000er-Jahre in Malibu gemeinsam mit dessen damaliger Freundin Emma Heming porträtiert.
Die ausgefallene Pose des Liebespaares und der gezielte Bildausschnitt machen klar: Hier geht es nur vordergründig um weibliche Schönheit, sondern vielmehr um die Darstellung von Macht und Besitz, Begierde und Leidenschaft, Erotik und Exzentrik zwischen Mann und Frau!
Michael Thompson, Sean Combs, Emma Heming, Malibu (2001)
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David Shrigley
Der britische Künstler David Shrigley hat den schwarzen Humor perfektioniert. Unverwechselbar sind seine ungelenk wirkenden Zeichnungen. „Meistens zeichne ich intuitiv. Ich weiß nicht recht, wo der Inhalt herkommt. Von überall her, schätze ich.“
Shrigley, der 1968 in Macclesfield, England, geboren wurde, lebt seit 1988 in Glasgow. Dort studierte er gemeinsam mit dem Künstler Jonathan Monk Environmental Art an der Glasgow School of Art. Seine Zeichnungen, in denen er Bild und Schrift kombiniert, erinnern an Comics. Doch Shrigleys schnelle Geschichten etablieren sich bereits auf einem einzelnen Blatt Papier. Mal in Schwarz-Weiß, mal in Farbe, mal ist das Bild zuerst da, mal der Text. In Shrigleys Werk gibt es kein Vorher, kein Nachher. Der Moment der Ironie zählt.
2013 wurde der Künstler für den Turner Prize nominiert.
David Shrigley, Moon
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