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Jurgen Ostarhild
Die 90er Jahre, dieses feier- und tanzwütige, hedonistische Dezennium am Ende des 20. Jahrhunderts ‒ einer, der zu seinem Soundtrack gehört, ist unbedingt Moby. Ihn traf der deutsche Konzeptkünstler Jurgen Ostarhild zum Shooting im Londoner South Kensington 1991, also genau zur richtigen Zeit. Ostarhild fotografierte damals für das in Bezug auf Bildsprache und Typografie richtungsweisende britische Lifestyle-Magazin „i-D“. Er nutzte den Schnappschuss als ernst zu nehmendes Mittel der Fotografie und schuf schonungslose, teils extrem hell ausgeleuchtete Porträts von großer Nähe und Intensität. Die Musiker Jamiroquai und Air, die Modedesigner John Galliano und Nicolas Ghesquière oder das Supermodel Kate Moss, damals zarte 18 Jahre alt, sie alle ließen sich von Ostarhild ablichten. Entstanden sind stilbildende Porträts, die den Geist der 90er Jahre authentisch und ungefiltert in die Gegenwart transportieren.
Nur wenige Jahre zuvor, 1987, hatte Ostarhild schon Martin Kippenberger superclose fotografiert – ein intimes, noch nie veröffentlichtes Porträt dieses Ausnahmekünstlers im Zenit seiner Karriere.
Jurgen Ostarhild, MARTIN KIPPENBERGER, bw, Hotel Chelsea, Köln, 1987
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Jurgen Ostarhild
Seine Karriere begann Jurgen Ostarhild Ende der 70er Jahre als junger Assistent von Oliviero Toscani, später vieldiskutiert für seine kontroversen Benetton-Kampagnen. Im Sommer 1979 wechselte er nach New York, wo er als Studioassistent des britischen Mode- und Porträtfotografen Albert Watson arbeitete, dessen Arbeiten regelmäßig die Cover der „Vogue“ oder des „Rolling Stone“ schmückten. Zurück in Deutschland, gründete Ostarhild 1982 dann sein eigenes Studio.
Später weltweit bekannten Fotografen wie Wolfgang Tillmans, Terry Richardson oder Juergen Teller ebnete er den Weg. Er hingegen ist bis heute zu Unrecht nur Insidern ein Begriff, dabei war seine Arbeit genrebildend. So erkannte er die Qualität des Schnappschusses als fotografisches Ausdrucksmittel, brachte die Action in die Modefotografie, schuf einzigartig intime, schonungslose Porträts und fotografierte superclose.
Jurgen Ostarhild, KATE MOSS, bw, Camber Sands, 1992, bw
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Friedrich Kunath
Der Himmel hat es dem Maler und Objektkünstler Friedrich Kunath angetan, vor allem der am Abend. Ihm überlässt der Künstler die mit Abstand größten Räume auf seinen Leinwänden. Dem Sonnenuntergang ist der Abschied ja von jeher eingeschrieben. Doch bei Kunath paart sich die Nostalgie mit dem Tragikomischen. Genauso wie die deutsche Romantik mit amerikanischer Popkultur. 1974 in der DDR geboren, in Ost- und Westberlin aufgewachsen, lebt Kunath heute in Kalifornien. „Die Farben sind heller geworden, die Subjekte dunkler“, sagte er nach seinem Wechsel nach Los Angeles. „At the same time being exuberantly happy and in a tropical depression“, so beschreibt der Musiker und Autor Timon Karl Kaleyta die Stimmung in Kunaths Werken.
Friedrich Kunath, I Am Easy to Find
Out of stock
Salvador Dalí
„Mit sechs wollte ich Köchin werden, mit sieben Napoleon“, schrieb der Künstler in seiner Autobiografie. Diese Leidenschaft spiegelt sich auch im Titel der Edition: „The Chef (Earth Goddess)“ heißt seine handsignierte Farblithografie aus dem Jahr 1980. Die Gestalt, die den Vordergrund besetzt hält und deren Haupt ein aufwendiger, mächtiger Kopfputz schmückt, ist also nichts weniger als eine Erdgottheit. Sie entsteigt dem Boden, in dem sie wurzelt, und ist die Quelle eines über Tellern schwebenden, üppigen Mahls aus Geflügel, Fisch und Trauben nebst Cocktail.
Salvador Dalí, The Earth Godess - The Chef
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Madeleine Boschan
Artist Madeleine Boschan creates new spaces with her works. As soon as we enter her sculptural ensembles, our gaze, our demeanor, and our perception are altered. For the sculptor, the work involves nothing less than the possibility of experiencing transcendence. But this requires candor: “One can only find one’s own place alone; no one can do it for you.” To begin with, the artist repeatedly presents herself with this task whenever she first enters the exhibition spaces of her site-specific works.

Boschan works in a manner that’s equally associative and meticulous. She thinks, reads, and researches in numerous directions. Even the colors of her sculptures are often related to the history of the locations in which they’re shown.
Since the end of her studies at Braunschweig’s University of Art in 2006, Boschan’s works have been shown internationally in solo and group exhibitions, at the Art Center Los Angeles (ACLA), the Hamburger Bahnhof Museum of Contemporary Art in Berlin, Munich’s Kunstraum, in the Philara Collection in Düsseldorf, and the Vienna Secession, among others.
Madeleine Boschan, Antae (brimstone / light blue)
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Olaf Hajek
Gerade das florale Element war für mich immer besonders wichtig. Das sind für mich einfach Symbole, die den Kreislauf des Lebens – Tod, Geburt, Blühen, Aufblühen, Vergänglichkeit – symbolisieren.“ Der Maler und Illustrator Olaf Hajek feiert die Welt der Blumen und Pflanzen in seinen „Flowerheads“, Porträts von Frauen, auf deren Köpfen farbenprächtige und symbolträchtige Stillleben wachsen. </p>
<p>In der im Mai 2020 entstandenen handsignierten Edition „Golden Tear“ zeigt sich eine wichtige Inspirationsquelle Hajeks: die Kunst Afrikas. Sie fasziniert und beeindruckt ihn zutiefst. Im Jahr 2011 verbrachte er drei Monate in Südafrika, um für eine Ausstellung in Kapstadt an neuen Werken zu arbeiten. In der Folge ist sein malerischer Duktus noch freier, seine Experimentierfreude noch größer geworden. Zugleich ist Hajek ein Geschichtenerzähler, seine Porträts erreichen auf ganz eigene Weise emotionale Tiefe. Man sollte sich Zeit nehmen für diese wirkkräftigen Werke. Denn schaut man sie an, begibt man sich auf kulturelle und seelische Entdeckungsreise und driftet ab ins verheißungsvolle Land der Fantasie.
Olaf Hajek, Golden Tear
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Jo Niemeyer
In der Edition „SPIRALE IV“ beschäftigt sich Jo Niemeyer konsequent mit dem Goldenen Schnitt. In Zeiten des scheinbar Perfekten, wie es in den sozialen Netzwerken, etwa auf Instagram, tagtäglich inszeniert wird, stellt sich die Frage nach universeller Schönheit und Ästhetik umso drängender. Denn dem, was Menschen als harmonisch und schön empfinden, liegt immer noch der Goldene Schnitt zugrunde.
Niemeyer geht diesem Phänomen in seiner künstlerischen Arbeit nach, so auch in unserer Edition. Zur Vereinfachung nutzt er ausschließlich Primärfarben. Auf diesem Weg bringt er die jahrtausendealte Formel in unsere Gegenwart. Er ordnet das vermeintlich Ungeordnete. Das, was sonst oft unübersichtlich, verwischt und verschwommen wirkt, räumt er auf und sortiert es, und das, was vermeintlich subjektive Vorliebe ist, wird als einem universellen Code unterstellt erkennbar. Niemeyer visualisiert Grundsätze aus der Mathematik, die die konkrete Lebensrealität durchdringen, er macht die Strukturen, auf denen alles basiert, sichtbar.
Jo Niemeyer, SPIRALE IV
Available
Tom Bianchi
Die Fotografien aus der Serie „63 E 9th Street” aus den Jahren 1975 bis 1983 sind benannt nach der Adresse seines damaligen Appartements in Greenwich Village. Dort sind sie entstanden – und 2019, über 40 Jahre danach, erstmals erschienen. Bianchi feiert in ihnen das seinerzeit neue Selbstbewusstsein, den Mut zur Ausschweifung und die Schönheit der gestählten Körper. „Die Polaroids erlaubten mir, mit Volldampf voranzukommen. Ich konnte tun, was ich wollte, und niemand konnte mich aufhalten“, erinnerte sich Bianchi kürzlich in einem Interview.
Tom Bianchi, 63 E 9th Street. NYC Polaroids 1975-1983, Untitled, NYC314
Available
Joseph Beuys
Joseph Beuys schuf in den 80er Jahren, kurz vor seinem Tod, drei grafische Zyklen mit Titeln, die sich auf den Bereich der Musik beziehen: die „Suite Schwurhand“, die „Suite Tränen“ und die „Suite Zirkulationszeit“. „Suite“ bezeichnet in der Musik eine Folge von Tanzsätzen. In Anlehnung an diese Definition versteht man in der bildenden Kunst darunter eine Folge von Bildern, in denen der Künstler bzw. die Künstlerin ein Thema variiert. Kunsthistoriker und Beuys-Experte Peter Anselm Riedl interpretiert den Titel „Suite Zirkulationszeit“ als eine Anspielung auf die Zeit, in der sich etwas vollzieht, und die Zirkulation als sich verändernde Existenz- und Konsistenzzustände. </p>
<p>Die handsignierte Radierung „Taucherin“ (1982) gehört zu ebendieser „Suite Zirkulationszeit“. In der Serie aus 21 Blättern hat Beuys überwiegend Tiere und menschliche Figuren dargestellt. Die mädchenhafte „Taucherin“, in der Linken ein Fangnetz, stellt in ihrer verhalten-sanften Bewegung eine Verbindung zwischen den Elementen Erde, Wasser und Luft her. Ihr Schwebezustand vermittelt ein wunderbares Gefühl von Leichtigkeit.
Joseph Beuys, Zirkulationszeit: Taucherin
On inquiry
Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Jede der Zeichnungen leuchtet in feinen Linien die Besonderheiten dieses spezifischen Ortes aus und lässt durch den dynamischen Strich den Raum offen für das, was der Film auch leistet: nämlich für das Davor und Danach der Szenerie. Dargestellt ist nur ein Ausschnitt aus einem weitaus größeren Narrativ, der zugleich voller sozialer Kodierungen ist. Die Brushmarker-Farben verlaufen förmlich auf dem Papier, so als wären auch sie kurz in Wasser getaucht worden. Die im Alltag geforderte Eindeutigkeit weicht hier auf, und Räume, in denen alles möglich ist, werden eröffnet.
Bianca Kennedy, Serie
Out of stock
Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Jede der Zeichnungen leuchtet in feinen Linien die Besonderheiten dieses spezifischen Ortes aus und lässt durch den dynamischen Strich den Raum offen für das, was der Film auch leistet: nämlich für das Davor und Danach der Szenerie. Dargestellt ist nur ein Ausschnitt aus einem weitaus größeren Narrativ, der zugleich voller sozialer Kodierungen ist.
Bianca Kennedy, Serie
Out of stock
Jack Pierson
„I have this fan relationship to showbiz.“ Jack Pierson hat ein Herz für Celebrities, weiß aber auch um die Risiken und die Vergänglichkeit von Ruhm. „I chose this old fan magazine as my book project because I like everything about it ‒ the design, the printing and the photography“, sagt der US-Künstler über sein Künstlerbuch „Stardust“, erschienen im Salon Verlag. „I love the subject matter ‒ the stars we remember and the ones we do not. Men, who obviously held a place for a while in the evanescence of Hollywood and youth. I seek to preserve, come what may, the ephemeral.“
Um die harten Bandagen und die Flüchtigkeit des Darsteller*innengewerbes weiß sicherlich auch Channing Tatum, der als Stripper begann, bevor er als Model entdeckt wurde und als Schauspieler Karriere machte. Der Sammleredition aus dem Jahr 2012 liegt zusätzlich zu dem Portrait des jungen Mannes, der da lässig an einer Motorhaube lehnt, ein Fotoporträt des im selben Jahr zum „Sexiest Man Alive“ gekürten Stars von Jack Pierson bei. Und auch wenn Tatum zu jenen gehört, die nicht vergessen worden sind: Über den Arbeiten von Pierson liegt oft der schöne Schatten der Melancholie. „One of the things that’s a disappointment to me about art is that it’s always a memory of something that happened.“ Doch mithilfe seiner Kunst kann man der Vergänglichkeit immer wieder für Momente entfliehen.
Jack Pierson, STARDUST (Exlibris Nr. 21)
Available
Piero Dorazio
The Italian abstract artist Piero Dorazio begins to paint at a zero point for the fine arts. Following World War Two, he embarks on a quest to find his own visual language: One that doesn’t illustrate anything but suffices entirely on its own. Through his paintings and sketches, the artist creates virtual colour spaces. In the spirit of Kazimir Malevich and Paul Klee, he pushes the abstraction of colour to its limits, translating visual art into subtle poetry.
Dorazio’s biography as an artist reads like a picture book: In 1947, he joins the École des Beaux-Arts in Paris. There, he meets Henri Matisse and Georges Braque. In 1953, he starts teaching at Harvard, where he meets Willem de Kooning and Robert Rauschenberg. He begins to receive invitations to the great international art shows: to the documenta in Kassel, Germany, to the Biennale in Venice. In 1961, he receives the renowned Prix Kandinsky.
Dorazio, however, longs for silence. He retreats into a deserted monastery in Italy where he creates works of art that merely appear simple because they are crafted from a place of technical perfection. Today, Dorazio’s life’s work is being rediscovered as a result of the big comeback of the ZERO movement.
Piero Dorazio, Palpito della Luce
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Joel Meyerowitz
Joel Meyerowitz zählt zu den bedeutendsten Mitbegründern der „Street Photography“ und der „New Color Photography“. Seit 1962 fotografiert er in Farbe ‒ seinerzeit ein Novum, denn nur die Schwarz-Weiß-Fotografie war damals als Kunst anerkannt. Gegenstand von Meyerowitz‘ Momentaufnahmen war das pulsierende Leben auf den Straßen New Yorks. Bis heute prägen seine Fotografien unser Bild von der amerikanischen Metropole. „Farbe hatte mehr beschreibende Kraft als Schwarz und Weiß. Ich verstand es als eine Erweiterung der Bandbreite von Inhalten und Emotionen“, hat Meyerowitz seine Entscheidung erläutert.
Als 2001 die Türme des World Trade Centers einstürzten, verschaffte sich der Fotograf Zugang zum tagelang abgesperrten Gelände und fotografierte das rauchende Trümmerfeld. Auch diese dramatischen Bilder haben sich in das kollektive visuelle Gedächtnis in Bezug auf New York eingeschrieben.
Joel Meyerowitz, Morandi’s Objects. Pitcher
Out of stock
Paul Hutchinson
Hutchinson entwickelt Großstadtgeschichten von großer narrativer Kraft, die dabei aber nur einen Ausgangspunkt für eine mögliche Weiter-Erzählung und deren Wendungen bilden. Der Faltenwurf auf dem C-Print „Hoodie, green glow“ wird so zum Ausdruck einer inneren Haltung, Sinnbild einer Emotion. Doch die Fotografien betören uns auch allein im Hinblick auf ihre visuelle Form: durch ebenjenes leuchtende Grün, den Glanz einer Silberfolie oder die Reflexionen einer roten Synthetikjacke. „Eine Art bittersweetness und Poesie“ wohne seinen Werken inne, sagt Hutchinson, andere nennen es auch: Magie.
Paul Hutchinson, Hoodie, green glow
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Jenny Holzer
Da flackert nichts. Mit farbenreichen LED-Schriftbändern hat die New Yorker Konzeptkünstlerin Jenny Holzer Weltruhm erlangt, doch hier ruhen große rote Lettern auf gelbem Grund.
„YOU CAN WATCH PEOPLE ALIGN THEMSELVES WHEN TROUBLE IS IN THE AIR. SOME PREFER TO BE CLOSE TO THOSE AT THE TOP AND OTHERS WANT TO BE CLOSE TO THOSE AT THE BOTTOM. IT’S A QUESTION OF WHO FRIGHTENS THEM MORE AND WHOM THEY WANT TO BE LIKE.” Dieser Gedankensplitter, in Form eines Kupferdrucks auf Büttenpapier gebracht, ist Teil der „Living Series” (1980–82), in der die 63-Jährige Beobachtungen sozialer Phänomene beschreibt. Sie bemüht sich darin wie stets um eine moderate Sprache, und doch gerät der Leser ins Wanken, weil er in einen Strudel von Fragen gerät: Bin ich ein Hin- oder Weggucker? Warum verstecke, wovor fürchte, nach welchem Ich sehne ich mich? Die Harmlosigkeit, die eine Alltagssituation zunächst verspricht, gerät so leicht aus den Fugen.
Jenny Holzer, Selection from Living 1980–82
On inquiry
Tal R
Als „Kolbojnik“ beschreibt der Künstler Tal R den Stoff, aus dem seine Werke sind. Das hebräisch-jiddische Wort steht für den gemeinsamen Abfalleimer im Kibbuz, und der in Israel geborene Däne deutet damit an, dass es eine große Bandbreite an Themen ist, die er in seinen Arbeiten „recycelt“. Tal R bewegt sich auf den Feldern der Malerei und der Installation ebenso wie auf denen der Mode oder der Skulptur; er bedient sich populärer Sujets wie des Comics, der Videospielästhetik und der Musik. Gleichzeitig leuchten immer wieder Momente der Kunstgeschichte auf.
Tal R, Deaf Institute
On inquiry
Günther Uecker
Günther Uecker zählt zu den wichtigsten Nachkriegskünstlern Deutschlands überhaupt. 1961 wurde er Mitglied der von Heinz Mack und Otto Piene kurz zuvor gegründeten Gruppe ZERO und wandte sich daraufhin verstärkt der Lichtkunst zu. Wenige Jahre später, 1970, war er neben Karl-Georg Pfahler, Mack und Thomas Lenk deutscher Vertreter auf der Biennale in Venedig. Seine Hauptwerke, wie etwa seine genagelten Reliefs, werden heute am Kunstmarkt auf eine halbe Million Euro oder mehr taxiert.
Günther Uecker, Lesioni - Legami
On inquiry
Rosemarie Trockel
Sie ist eine der bedeutendsten und vielseitigsten deutschen KünstlerInnen überhaupt: Rosemarie Trockel, die in den 70er Jahren erst Anthropologie, Theologie und Mathematik studierte, bevor sie zum Kunst- und Designstudium nach Köln wechselte, fertigt Skulpturen, Zeichnungen, Installationen und Objekte, die aus dem Rahmen fallen – unvorhersehbar, rätselhaft und lebendig.
Rosemarie Trockel, Ohne Titel
On inquiry
Lars-Gunnar Nordström
Lars-Gunnar Nordström war ein finnischer Maler, Grafikdesigner, Bildhauer und Jazzliebhaber. 1924 geboren, arbeitete er über Jahrzehnte an seinem künstlerischen Werk, bevor er 2014 im hohen Alter von 90 Jahren starb. Als Pionier der Konkreten Kunst in Finnland schuf Nordström ein Œuvre aus streng komponierten Formen und Farben. Musik war dabei eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen.
Lars-Gunnar Nordström, Composition
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Jiří Georg Dokoupil
Über 100 verschiedene Stile und Techniken werden Jiří Georg Dokoupil von der Kunstwelt zugeschrieben. Er selbst meinte schon 1992, eine Retrospektive seines Werkes werde einmal aussehen wie eine Gruppenausstellung von 20 Malern. Dies hat sich inzwischen bewahrheitet: Große Soloausstellungen in den Hamburger Deichtorhallen oder im Museo Nacional Reina Sofia in Madrid sind der eindrucksvolle Beleg dafür.
Jiří Georg Dokoupil , Köpfe
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Dorothy Iannone
Welche Antwort gibt man auf diese Frage: „Doesn't everyone make mistakes in September?" Auf 2014 datiert ist diese Edition in Schwarz-Weiß. Die Originalzeichnung entstand bereits 1976. Damals zeichnete Dorothy Iannone das Motiv auf eine Postkarte. Noch im selben Jahr gab die in Boston, Massachusetts, geborene Künstlerin ihrem Leben eine neue Richtung und ging mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin. Dort lebt sie bis heute. Neben dem ironisch anmutenden Text der Zeichnung fällt Iannones explizite Bildsprache ins Auge, ein Mix aus Comic-Ästhetik und tantrischer Malerei bzw. buddhistischer Motivik. Letztere entdeckte die Künstlerin auf ihren Auslandsreisen.
Weibliche Sexualität, freie Liebe: Iannones Kunst der Kompromisslosigkeit verweigert bereits seit den 1960er Jahren die Zensur. In Gemälden, Texten, Bilderzählungen und Filmen kämpft sie für die Emanzipation. Ihr Werk dreht sich um die sexuelle, aber auch intellektuelle Unabhängigkeit der Frau und ihrer Gleichheit im Verhältnis zum Mann.
Dorothy Iannone, Doesn’t Everyone Make Mistakes in September?
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Ed Ruscha
Ed Ruscha is a pioneer of American conceptual art who influenced artists like Bruce Nauman all the way to Lawrence Wiener.
He is celebrated as the “King of the West Coast” for his unique visual language that reaches all the way from cool, elegant and desolate petrol stations and neon sign advertisements to letter pictures in which he explores the banality of everyday metropolitan life and the mass media.
Ed Ruscha, Metro Mattress #4
Olaf Hajek
Olaf Hajek (born 1965) is among the best-known and most sought-after illustrators in the world. He has created illustrations for the New York Times, the Guardian and SZ-Magazin, designed a postage stamp for the British Crown, illustrated a book for Little Gurus and devised advertising campaigns for a Swedish chocolate brand.
Next to his commissioned work, all of which Hajek creates using acrylic paint while living in Berlin, he is increasingly dedicating himself to painting on a freelance basis. His style is unique: With a repertoire of colours and forms that knows no limits, Hajek conjures up dreamlike, exotic worlds in which birds and insects congregate, snakes and human bodies intertwine and women don wondrous floral arrangements. With this edition exclusively created for Artflash, we may marvel at the enchanting beauty of a woman with lavish hair, a long neck and a richly adorned forehead. In front of her face, she holds a vibrantly coloured bird-of-paradise flower, spanning colours from ochre to red, from purple to bright blue. In that way, “Flower” recalls the colourful exuberance of the Impressionists, such as that of Paul Gauguin, yet exhibits complete timelessness — simply enticing!
Olaf Hajek, The Flower
Available
Michael Sailstorfer
Eine seiner frühesten Arbeiten verwirklichte Michael Sailstorfer noch ohne Auftraggeber: Er stattete Wartehäuschen an Bushaltestellen in seiner bayrischen Heimat mit Betten, Kochstellen, Tischen, Stühlen und Toiletten aus und nannte seine Installationen „Wohnen mit Verkehrsanbindung“. Und schon sie verweisen auf zwei wichtige Komponenten seiner Arbeitsweise: die Lust an der Umwandlung von Alltagsobjekten und Humor.
Michael Sailstorfer, P 99
Available
Victor Vasarely
Sein malerisches Schlachtfeld war die geometrische Abstraktion. Und ihr fügte Victor Vasarely durch raffinierte Raumsuggestionen eine entscheidende Komponente hinzu: den optischen Effekt. Deshalb gilt der in Ungarn geborene Künstler (1908‒1997) als Vater der sogenannten Op-Art. Diese fordert uns mit wahrnehmungspsychologischen Wirkungen von Bildmustern heraus, löst Bewegungs- oder Flimmereffekte auf der Netzhaut aus. In die Kunst Vasarelys flossen auch seine Erfahrungen als Grafiker ein. Für die Olympiade in München 1972 entwarf er das offizielle spiralenförmige Logo. Und auch die Raute von Renault entstammt seinem Zeichenblock. Von 1955 bis 1968 waren seine Arbeiten regelmäßig auf der Kasseler Documenta zu sehen. Vasarely gründete im Jahr 1976 die Fondation Vasarely in Aix-en-Provence. In seiner Geburtsstadt Pécs eröffnete 1976 das Vasarely-Museum. Ein weiteres folgte 1987 in Budapest.
In 2018 / 2019 zeigt das Städel Museum in Frankfurt eine Retrospektive des Künstlers.
Victor Vasarely, Voeroech
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Raymond Pettibon
For some, he is "one of the most powerful chroniclers of the American Dream", for others, the illustrator of American punk rock - who designed album covers for bands like "Black Flag" and " Sonic Youth" - is legendary. The artist in question is Californian Raymond Pettibon (born 1957). In the early 1980s, Pettibon began to publish his ink drawings, which often combine socially critical texts with images. The punk fans became art collectors and Pettibon became one of the most sought after contemporary artists to date.
Raymond Pettibon, One more line